Dacia Spring 2027: DC-Laden bleibt knapp unter 20.000 Euro

Dacia hat den offiziellen Konfigurator für die zweite Generation des Spring freigeschaltet und liefert damit Schwarz auf Weiß, was die neue Preisliste verlangt. Wer den rumänischen Stromer aus der Fertigung im slowenischen Novo Mesto mit der nötigen Schnellladeoption ausstattet, knallt die 20.000-Euro-Marke zwar nicht – landet aber beängstigend nah daran. In der Schweiz startet das Modell ab 16.790 Franken, doch die Serienausstattung zeigt schnell, wo die Sparstifte im Konzern angesetzt wurden.
Slowenische Produktion statt China-Import
Der Wechsel auf die RG-EV-Small-Plattform der Renault Group bringt einen spürbaren Karosseriesprung mit sich. Die Länge wächst um 15 Zentimeter auf 3,85 Meter, während die Breite um 18 Zentimeter auf 1,74 Meter zulegt. Damit verliert das Fahrzeug die extrem schmächtige Statur des Vorgängers und steht deutlich erwachsener auf der Straße. Stoßfänger aus durchgefärbtem Kunststoff sollen kleine Parkrempler im Alltag klaglos wegstecken.
Dass Dacia die Fertigung von China nach Slowenien verlagert, schlägt sich direkt in der Preisgestaltung nieder. Schaut man sich der spürbare Preissprung der zweiten Dacia-Spring-Generation an, wird klar, dass der einstige Sonderstatus als absolute Billig-Kiste Vergangenheit ist. Wer vollwertige Konnektivität will, muss zudem in die höheren Ausstattungslinien greifen, da der Basis-Trim lediglich das eigene Smartphone als Infotainment-Ersatz nutzt.
Die technische Verwandtschaft zum kommenden Renault Twingo tut dem Kleinwagen optisch gut. Die markante Dacia-Link-Lichtsignatur und geradlinige Stoßfänger verleihen dem Fünftürer ein klares Gesicht. Der Wendekreis von winzigen 4,95 Metern bleibt das stärkste Argument im dichten Stadtverkehr.

Sparsam beim Akku, aufpreispflichtig an der Säule
Beim Energiespeicher setzt der Hersteller auf eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einer nutzbaren Kapazität von 27,5 kWh. Der E-Motor leistet 60 kW (80 PS) und stellt ein Drehmoment von 175 Nm bereit. Das reicht für den Sprint von 0 auf 100 km/h in 12,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Laut WLTP-Zyklus stehen bis zu 250 Kilometer Reichweite im Datenblatt, bei einem normierten Verbrauch von 12,7 kWh pro 100 Kilometer.
Wer das Auto allerdings an städtischen Ladesäulen oder auf der Autobahn nutzen möchte, steht vor einem bekannten Dilemma. Die Serie bietet lediglich einen 6,6-kW-AC-Onboard-Lader, mit dem der Ladevorgang an der Haushaltssteckdose stolze 9 Stunden dauert. Erst das aufpreispflichtige Schnelllade-Paket schaltet 11 kW AC sowie den 50-kW-DC-Anschluss frei. Damit lässt sich der Akku in 28 Minuten von 15 auf 80 Prozent füllen.
Zusätzlich beinhaltet das Lade-Upgrade eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), um externe 230-Volt-Geräte mit Strom zu versorgen. Ohne dieses Extra bleibt der Stromer im Grunde ein reines Kurzstrecken-Mobil für die heimische Steckdose. Die Entscheidung, DC-Laden in eine Aufpreisoption zu packen, hält zwar den Einstiegspreis optisch niedrig, treibt den realen Kaufpreis aber scharf in die Nähe der 20.000-Euro-Grenze.
Viel Plastik, mehr Platz und harte Konkurrenz
Im Innenraum dominiert ein 7-Zoll-Digitaltacho hinter dem Lenkrad. Bei den Platzverhältnissen holt die neue Architektur einiges heraus: Der Kofferraum schluckt 337 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehne auf bis zu 1.283 Liter erweitern. Ein durchdachter Schachzug ist der optionale 18-Liter-Frunk unter der Frontklappe, der das Ladekabel endlich aus dem Gepäckraum verbannt.
Das Cockpit nutzt ein praktisches Clip-System zur Befestigung von Smartphone-Haltern oder Brillenetuis. Die Materialauswahl bleibt allerdings pragmatisch und von hartem Kunststoff geprägt. Wer Komfort oder edle Oberflächen erwartet, sitzt im falschen Fahrzeug. Hier regiert die radikale Ausrichtung auf minimale Produktionskosten.
Im Wettbewerb gerät das Konzept dadurch zunehmend unter Druck. Auf dem Markt droht Konkurrenz von allen Seiten, denn selbst der geräumigere Kia EV2 mit deutlich mehr Reichweite zeigt, wie viel moderne Technik in kompakten Stromern stecken kann. Auch chinesische Mitbewerber greifen das A-Segment mit voller Serienausstattung an. Dacia muss beweisen, ob der Ruf der Robustheit reicht, um Kunden trotz steigender Preise im Schauraum zu halten.
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