Fairphone Fairbuds 2: 119-Euro-Kampfansage mit Sony LDAC und Wechselakku

Fairphone Fairbuds 2
Quelle: Fairphone
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Dass kabellose In-Ear-Kopfhörer nach zwei Jahren im Müll landen, gilt in der Audio-Branche als lukrativer Dauerzustand. Verklebte Gehäuse und fest verlötete Miniatur-Batterien sorgen für planmäßige Obsoleszenz. Mit den Fairbuds 2 greift Fairphone dieses Geschäftsmodell frontal an: Die Niederländer radieren den klobigen Formfaktor des Vorgängers aus, packen audiophile Technik hinein und halten den Preis erstaunlich niedrig.

Das bisherige Dilemma nachhaltiger Kopfhörer war offensichtlich: Wer modulare Technik und langlebige Komponenten suchte, musste klobige Fremdkörper in den Gehörgang stecken. Schon die Fairbuds mit austauschbaren Akkus der ersten Generation bewiesen zwar Pioniergeist, verlangten im Alltag aber spürbare Abstriche beim Tragegefühl. Mit der zweiten Generation räumt der Hersteller diesen Kompromiss ab.

37 Prozent kleiner: Schluss mit dem klobigen Öko-Kompromiss

Die neuen Fairbuds 2 durchlaufen eine massive Schrumpfkur. Die Ohrhörer selbst fallen um 37 Prozent kleiner aus als die direkten Vorgänger. Beim Ladecase spart der Hersteller 32 Prozent des Volumens ein. Damit schrumpft das Set auf ein kompaktes Hosentaschen-Format, das sich optisch und ergonomisch nicht mehr hinter der konventionellen Konkurrenz verstecken muss.

Entscheidend ist: Trotz der Miniaturisierung bleibt die modulare Architektur vollständig erhalten. Sowohl die Akkus in beiden Earbuds als auch der Akku im Ladecase lassen sich in wenigen Minuten eigenhändig austauschen. Wo Branchengrößen von Apple bis Samsung auf unlösbaren Industriekleber setzen, setzt Fairphone auf simple Zugänglichkeit.

Gleichzeitig räumen die Niederländer mit dem Märchen auf, reparierbare Elektronik ließe sich nicht gegen Umwelteinflüsse abdichten. Die Fairbuds 2 sind nach IP54 zertifiziert. Schweiß beim Sport oder Nieselregen auf dem Fahrrad richten keinen Schaden an.

Technische Eckdaten im Überblick

  • Treiber: 11 mm dynamische Biozellulose-Treiber
  • Funkstandard: Bluetooth 6.0 mit Multipoint für bis zu 6 Geräte zeitgleich
  • Audio-Codecs: SBC, AAC, LC3 und Sony LDAC (Hi-Res Audio)
  • Geräuschunterdrückung: Aktives ANC über 3 Mikrofone pro Hörer
  • Akkulaufzeit: 6 Stunden (mit ANC) / 8 Stunden (ohne ANC) / bis zu 40 Stunden (mit Ladehülle)
  • Reparierbarkeit: Modulare Akkus in Hörern und Ladecase in wenigen Minuten tauschbar
  • Schutzklasse: IP54 (staub- und spritzwassergeschützt)
  • Nachhaltigkeit: 49 Prozent recycelte Materialien, Elektroschrott-neutral
  • Preis & Farben: 119 Euro in Grün oder Schwarz

Biozellulose und Sony LDAC: Hi-Res-Klang statt Behelfssound

Wer bei modularer Audio-Hardware dumpfen Klang befürchtet, wird eines Besseren belehrt. Im Inneren arbeiten neu entwickelte dynamische Treiber mit 11 Millimetern Durchmesser, deren Membranen aus Biozellulose gefertigt sind. Das Material sorgt für eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht, was präzise Transienten und verzerrungsfreie Höhen garantiert. Feintuning erlaubt der integrierte Equalizer über die zugehörige Smartphone-App. Ähnlich wie bei den Fairbuds XL mit modularem Aufbau geht der Hersteller beim Klang keine faulen Kompromisse mehr ein.

Das eigentliche Ausrufezeichen setzt die Funkverbindung. An Bord ist ein moderner Chip mit Bluetooth 6.0, der neben SBC, AAC und LC3 auch Sony LDAC unterstützt. Damit übertragen die In-Ears hochauflösende Audiosignale mit Bitraten von bis zu 990 kbit/s. Ein echtes Hi-Fi-Feature, das in dieser Preisklasse selbst bei herkömmlichen Wegwerf-Hörern selten anzutreffen ist.

Für Ruhe im Großraumbüro oder der Bahn sorgt eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC), die auf drei Mikrofone pro Hörer zurückgreift. Bei den Laufzeiten liefert das System praxisnahe Ausdauer:

  • Sechs Stunden Wiedergabe bei aktiver Geräuschunterdrückung
  • Acht Stunden Musikgenuss ohne ANC
  • Bis zu 40 Stunden Gesamtlaufzeit über die Ladehülle

Dazu kommt eine Multipoint-Verbindung, die den Marktstandard pulverisiert: Die Fairbuds 2 lassen sich mit bis zu sechs Endgeräten simultan koppeln. Das lästige Entkoppeln und Neuanlernen zwischen Notebook, Tablet, Smartphone und Zweithandy gehört damit der Vergangenheit an.

119 Euro: Die Wegwerf-Industrie verliert ihre Ausreden

Nachhaltigkeit bleibt das Fundament: 49 Prozent der eingesetzten Materialien stammen aus recycelten Quellen und werden unter nachweislich fairen Arbeitsbedingungen verarbeitet. Über ein Kompensationsprogramm gleicht der Hersteller zudem anfallenden Elektroschrott vollständig aus. Wie schon beim Fairphone für den europäischen Markt zeigt das Unternehmen, dass konsequenter Support und modulare Instandhaltung handfeste Verbrauchervorteile bringen.

Die größte Sprengkraft entfaltet der Preis. Mit einer UVP von 119 Euro positioniert Fairphone die Fairbuds 2 aggressiv im Massenmarkt. Im Vergleich zu den großen Over-Ear-Schwestern Fairbuds XL (rund 249 Euro auf Amazon) sind die neuen In-Ears ein echter Preis-Leistungs-Brecher.

Für 119 Euro bekommen Käufer Sony LDAC, Bluetooth 6.0, IP54, Sechsfach-Multipoint und wechselbare Batterien. Damit demonstriert Fairphone, dass Reparierbarkeit weder teuer noch unhandlich sein muss – und entzieht den milliardenschweren Tech-Riesen jedes Alibi für ihre verklebten Einweg-Stöpsel.

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Ein Kommentar

  1. Bin wohl gespannt, ob die grüne Ausgabe zum Grün meines Fairphone 4 passt.
    Habe nämlich soeben bestellt! Selten, dass ich direkt zuschlage…

    Ein Wechselakku (der Zweite oder Dritte) fand auch ins Paket. Mag sein, dass er erlebt, wie das FP4 allmählich wunderlich wird. Es tut schon ein paar Jahre Dienst.

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