Fairphone 6+: Minimales Upgrade, aber ein echter Meilenstein

Farbvarianten des Fairphone Gen 6+
Quelle: Fairphone
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Fairphone hat nach den vielen Leaks die neue Generation offiziell gemacht. Das Fairphone (Gen. 6+) entpuppt sich auf den ersten Blick als klassische Modellpflege statt als Technik-Revolution. Doch der niederländische Nachhaltigkeits-Pionier dreht an genau den Stellschrauben, die für die versprochene Langlebigkeit entscheidend sind.

Mehr Speicher und ein neuer Chip für langes Durchhalten

Unter der Haube verpasst Fairphone dem Smartphone ein solides Update: Der Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 liefert anständige Mittelklasse-Performance. Viel wichtiger für den Alltag ist jedoch der Arbeitsspeicher. Der wurde von 8 GB auf 12 GB RAM aufgestockt. Das ist beim Blick auf das Haltbarkeitsdatum ein starkes Signal, denn das Gerät soll per Versprechen bis 2033 mit Software-Updates versorgt werden.

Beim Bildschirm bleibt es bei einem 6,31 Zoll LTPO-OLED-Display mit adaptiven 120 Hz. Ärgerlich im Alltag: Die Front wird weiterhin von Corning Gorilla Glass 7i geschützt, was im Praxistest naturgemäß ein absoluter Magnet für Schmiere und Fingerabdrücke ist. Der Akku fällt mit 4.415 mAh und 30 Watt Ladeleistung eher durchschnittlich aus. Mit 9,6 mm Dicke ist das Teil zwar kein Mager-Smartphone, aber das hat einen guten Grund.

Einfache Reparatur und ein Preisaufschlag in Europa

Die Gehäusedicke spielt dem legendären Modulkonzept in die Karten. Insgesamt 12 Bauteile lassen sich zu Hause mit einem Standard-Schraubendreher austauschen. Die Ersatzteilpreise bleiben erfreulich bodenständig: Ein neuer Akku schlägt mit rund 40 Euro zu Buche, ein frisches Display kostet etwa 90 Euro. Zudem gibt es wieder schraubbare Rückseiten-Module für Fingerschlaufen oder Kartenhalter.

Dass Fairphone in Europa den Preis auf 649 Euro anhebt – was immerhin 50 Euro mehr als beim Vorgänger entspricht –, stößt allerdings sauer auf. Für ein reines Hardware-Refresh ist das eine Ansage. Da hilft auch die neue Farbvariante Cobalt Blue nur bedingt drüber hinweg, auch wenn Fairphone damit vorbildlich auf faire Löhne beim Kobalt-Abbau aufmerksam macht.

Der eigentliche Knaller passiert jenseits des Atlantiks

Der eigentliche strategische Paukenschlag betrifft gar nicht den europäischen Markt, sondern die USA. Gab es Fairphones dort bisher nur über Drittanbieter mit dem gewöhnungsbedürftigen Murena e/OS für satte 899 Dollar, verkauft der Hersteller das Fairphone (Gen. 6+) dort ab sofort direkt mit unberührtem Android 16 für 649,99 Dollar. Das wurde aber auch Zeit und dürfte der Marke drüben ordentlich Auftrieb geben.

Ob man das Upgrade als europäischer Nutzer wirklich braucht? Wer die Gen 6 hat, kann entspannt weiternutzen. Für Neueinsteiger bleibt es trotz Preiserhöhung ein starkes Statement gegen Wegwerf-Elektronik.

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