Google Pixel: Wachstum um jeden verdammten Preis
Google hat erst vor wenigen Tagen das neue Pixel 11 ins Rennen geschickt. Wer aber dachte, die Jungs aus Mountain View ruhen sich auf den steigenden Verkaufszahlen der letzten Jahre entspannt aus, irrt gewaltig. Der interne Slogan lautet ab sofort offenbar nur noch: Attacke.
Wir reden hier nicht von einem lockeren, organischen Wachstum. Google will allein in diesem Jahr satte 13 Millionen Pixel-Smartphones absetzen. Das ist nach den gut 12 Millionen Einheiten im letzten Jahr ein fettes Plus von acht bis neun Prozent. In einem Markt, der global eher auf der Stelle tritt, ist das eine echte Ansage für die Pixel 10- und frisch gestarteten Pixel 11-Modelle.
Raus aus China, rein in den Markt
Gleichzeitig macht man hinter den Kulissen richtig ernst und krempelt die Fertigung um. Bis 2027 soll die komplette Produktion aus China abgezogen werden. Der neue Favorit für die Fließbänder ist Vietnam. Das ist ein gigantischer logistischer Kraftakt, der aber deutlich zeigt, dass Google unabhängiger von politischen Wackel-Faktoren werden will. Das wurde aber auch Zeit.
Was mir an den aktuellen Leaks allerdings am meisten auffällt, ist die brachiale Ansage an die eigenen Leute. Die Strategie lautet schlicht „Angriff“. Das Wachstum der Verkaufszahlen muss aufrechterhalten werden – koste es, was es wolle. Das ist kein PR-Sprech, das ist eine Kriegserklärung an Samsung und Apple.
Was der Preiskampf im echten Alltag bringt
Wenn ein Konzern Marktanteile derart kompromisslos einkaufen will, heißt das im Klartext: Die eigene Marge ist völlig zweitrangig. Trotz der heftigen Hardwarekosten – Stichwort Speicherkrise beim RAM – verzichtet Google scheinbar bewusst auf fette Gewinne pro Gerät. Hauptsache, die Dinger landen in euren Hosentaschen.
Ob man als Hersteller diesen extremen Wachstumsdruck wirklich braucht? Wahrscheinlich ja, wenn man nicht ewig die Nummer drei bleiben will. Für uns als Konsumenten ist dieser Angriffsmodus ohnehin ein Gewinn. Preislich leider oft völlig daneben greifende Konkurrenten bekommen Druck. Solange dieser harte Kampf um Marktanteile die Entwicklung pusht und uns bessere Hardware zum vertretbaren Preis liefert, nehme ich das gerne mit.
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