BMW iX3: Knackt 1.000 km Reichweite, aber nicht bei uns

seitliche Frontansicht eines blauen BMW iX3
Quelle: BMW
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BMW zeigt, was die Neue Klasse angeblich draufhat: In einem internen Straßentest in China knackte der neue BMW iX3 50L beachtliche 1.030,2 Kilometer ohne einen einzigen Ladestopp. Am Zielort in Peking meldete das System sogar noch fünf Prozent Restakku.

Klingt auf den ersten Blick nach dem ultimativen Reichweiten-Befreiungsschlag, der jede Ladeangst pulverisiert. Doch bevor wir jetzt kollektiv in Jubel ausbrechen, müssen wir diesen Marketing-Coup einmal ganz nüchtern einordnen.

Zwischen Labor-Märchen und China-Vorteil

Auf dem Papier steht der Langstrecken-Stromer nach dem chinesischen Messzyklus mit einer CLTC-Reichweite von 919 Kilometern. BMW hat den offiziellen Wert im Test also um über 100 Kilometer übertroffen. Das Problem dabei: Der CLTC-Standard ist noch einmal deutlich praxisferner und weicher gestrickt als unser ohnehin schon optimistischer WLTP-Zyklus.

Dazu kommt, dass BMW den Testlauf von Shenyang nach Peking unter minutiös geplanten Idealbedingungen durchgezogen hat. Angepasste Fahrweise, optimierte Route und perfekte Temperaturen gehören bei solchen PR-Fahrten zum Standardprogramm. Wer im deutschen Schmuddelwetter mit Tempo 130 über die linke Spur fährt, wird von vierstelligen Kilometern meilenweit entfernt sein.

Der bittere Haken für den hiesigen Markt

Ob man das wirklich braucht? Im Grunde ja, denn Fortschritte bei der Effizienz sind dringend nötig. Doch der eigentliche Dämpfer folgt auf dem Fuß: Getestet wurde die Langversion iX3 50L. Genau dieses Modell mit verlängertem Radstand bleibt aber China und ausgewählten Überseemärkten vorbehalten – Europa und Nordamerika gehen komplett leer aus.

Dass BMW an der Effizienzschraube dreht, wurde aber auch Zeit. Trotzdem hinterlässt die Rekordfahrt einen faden Beigeschmack: Wir bekommen hierzulande weder den dicken Radstand noch eine realistische Chance, diese Reichweiten auf heimischem Asphalt nachzustellen.

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