Tesla Model Y L: 681-km-Sechssitzer leakt für Europa

Tesla Model Y Standard
Quelle: Tesla, Inc.
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Wer mit drei Kindern oder viel Gepäck einen Tesla wollte, stand bisher vor einer absurden Wahl: Entweder man quetscht sich auf die Rückbank des Standard-Y oder legt sechsstellig für ein Model X auf den Tisch. Genau diese Lücke schließt Tesla jetzt endlich auch bei uns. Im Quellcode der europäischen Konfiguratoren – darunter Deutschland, Frankreich und Italien – ist das Tesla Model Y L aufgetaucht.

Dass Tesla solche Einträge inklusive Bildmaterial im Backend hinterlegt, kennen wir zur Genüge. Das ist kein versehentlicher Leak von Praktikanten, sondern die direkte Vorbereitung für den Verkaufsstart. Wenn Elon Musk seiner Linie treu bleibt, kann der Bestellbutton an jedem beliebigen Freitagmorgen live gehen.

18 Zentimeter mehr Blech für drei Sitzreihen

Mit einer Gesamtlänge von 4,98 Metern wächst das SUV um exakt 18 Zentimeter. Dieser Zuwachs wandert komplett in den Radstand und ermöglicht endlich ein echtes Sechssitzer-Layout in drei Reihen. Kein billiger Notsitz-Kompromiss, sondern zwei vollwertige Einzelsitze in der Mitte.

Das eigentliche Brett ist aber nicht das Platzangebot, sondern das Batteriepaket. Weil der Radstand wächst, packt Tesla schlicht mehr Zellen in den Fahrzeugboden: 4.600 statt bisher 4.416 Rundzellen. Das hievt die Kapazität auf 88 kWh.

In der Praxis bedeutet das eine zertifizierte WLTP-Reichweite von 681 Kilometern. Damit deklassiert die Langversion auf einen Schlag alle bisherigen Varianten aus Grünheide, die bei maximal 622 Kilometern dichtmachen. Mehr Gewicht, mehr Sitze und trotzdem spürbar mehr Reichweite – genau so muss ein technisches Upgrade aussehen.

Importware aus China schlägt deutsches Werk

Die bürokratische Hürde ist längst genommen, denn die EU-Typgenehmigung existiert bereits seit Ende 2025. Der Haken an der Sache: Die Genehmigung gilt aktuell ausschließlich für Fahrzeuge aus der Gigafactory Shanghai.

Wer hierzulande als Erster zuschlägt, bekommt also keinen Tesla aus Brandenburg, sondern Importware aus China. Technisch ist das sogar ein Vorteil, denn die Fertigungsqualität der Shanghaier Modelle gilt in der Community seit Jahren als stabiler und klapperfreier im Vergleich zu den frühen Chargen aus Grünheide.

Preispolitik: Bloß keine US-Verhältnisse

Bleibt die Frage, wie unverschämt Tesla beim Preis hinlangt. In China kostet die L-Variante gerade einmal rund 3.000 Euro Aufpreis gegenüber dem normalen Allradmodell. In den USA hingegen verlangt Tesla für eine künstlich aufgeblasene Launch-Version unverschämte 61.990 Dollar.

Für den deutschen Markt, wo das reguläre Model Y zwischen 39.990 Euro und 62.990 Euro liegt, wäre ein moderater Aufschlag von maximal 4.000 Euro für die Langversion mit Riesen-Akku eine echte Ansage an die Konkurrenz. Zieht Tesla die US-Masche ab, bleibt der Sechssitzer ein Nischenprodukt. Kalkulieren sie wie in China, wird das Ding der nächste absolute Kassenschlager.

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