Google sagt: Öffentliches Internet steht vor dem Niedergang

Google Logo mit farbigem Hintergrund
Quelle: KI-generiert mit Imagen 3 von Google Gemini
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Nach außen betont Google seit Monaten, dass das offene Web vital sei, künstliche Intelligenz in der Suche allen Vorteile bringe und Publisher von mehr Reichweite profitieren. Die offiziellen Aussagen zeichnen ein Bild, in dem Google sich als treuer Partner von Medienhäusern und kleinen Webseiten präsentiert. Doch in Unterlagen, die im Rahmen eines laufenden Kartellverfahrens in den USA eingereicht wurden, klingt die Argumentation völlig anders. Dort heißt es, das offene Internet befinde sich in einem „rapiden Niedergang“.

Die Strategie dahinter ist klar: Google will vor Gericht verdeutlichen, dass der Markt für Online-Werbung schon heute instabil sei. Die US-Regierung wirft dem Unternehmen vor, mit seiner Anzeigenplattform Konkurrenz zu blockieren. Google hingegen betont, eine Aufspaltung würde das fragile System endgültig zerstören. Der Tenor lautet: Ohne Google bräche die digitale Werbewelt in sich zusammen.

Tatsächlich stützt sich die Verteidigung auf Probleme, die vielen Webseiten-Betreibern längst bekannt vorkommen. Seit Einführung von KI-Antworten direkt in den Suchergebnissen berichten Blogs, Onlineshops und Magazine von massiven Besucherrückgängen. Der Rückgang der Reichweite passt also eher zu Googles interner Darstellung als zu den öffentlichen Aussagen über ein angeblich „aufblühendes Web“. Paradox bleibt jedoch, dass es oft Googles eigene Anpassungen sind, die diesen Abwärtstrend verstärken.

Noch vor wenigen Wochen erklärte der Konzern, seine KI-Produkte seien nicht schuld an sinkenden Zugriffszahlen. Man sprach von stabilen Klickraten und sogar einer gestiegenen Qualität der Klicks. Eine unabhängige Studie hatte allerdings nahegelegt, dass genau die KI-Integration die Ursache für den Einbruch sei. Google wies die Untersuchung als methodisch fehlerhaft zurück.

Im laufenden Prozess bekräftigt das Unternehmen nun: Das offene Internet erlebe ohnehin einen massiven Rückgang, ein gerichtlicher Eingriff würde diesen nur beschleunigen. Man verweist auf die wichtige Rolle von Display-Werbung, die vielen Online-Medien entscheidende Einnahmen sichere. Eine Zerschlagung von Googles Werbesparte, so das Argument, würde Verlage und Betreiber finanziell noch stärker belasten.

Klar bleibt: Google prägt die digitale Landschaft wie kaum ein anderes Unternehmen. Doch inzwischen gesteht selbst der Konzern ein, dass die offene Struktur des Netzes längst ins Wanken geraten ist.

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