OnePlus 16: Mega-Akku trifft auf drastischen Preisaufschlag

OnePlus 16 Teaser in den verschiedenen Farbvarianten
Quelle: OnePlus
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Die offizielle Vorstellung des OnePlus 16 in China hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Auf dem Papier deklassiert das Smartphone etablierte Flaggschiffe und bricht gleich mehrere technische Rekorde der Branche. Für deutsche Technik-Enthusiasten folgt die Ernüchterung jedoch auf dem Fuß. Neben einem drastischen Preisanstieg streicht der Hersteller den offiziellen Marktstart in Europa und den USA komplett.

Silizium-Akku mit 9.000 mAh lässt Samsung und Google alt aussehen

Das unbestrittene Ausrufezeichen der Neuvorstellung sitzt tief im Gehäuse. OnePlus quetscht einen Akku mit satten 9.000 mAh in das Smartphone und kombiniert ihn mit 100 Watt Schnellladen per Kabel sowie 50 Watt kabellosem Laden. Als vor wenigen Tagen der 9.000 mAh Akku des OnePlus 16 bestätigt wurde, wirkte das noch wie ein utopisches Zahlenspiel. Durch moderne Silizium-Kohlenstoff-Zellen gelingt dieser Kapazitätssprung jedoch ohne klobige Gehäusedicke.

Bereits im Vorjahr überraschten die Akkudetails des OnePlus 15 mit beachtlichen 7.300 mAh, doch der Nachfolger legt noch einmal 1.700 mAh obendrauf. Gegenüber einem Galaxy S26 Ultra oder Google Pixel mit ihren typischen 5.000 mAh ist das eine handfeste Ansage. Selbst bei dauerhafter 5G-Nutzung und hoher Helligkeit sind zwei bis drei Tage Laufzeit realistisch. Auf riskante 120- oder 150-Watt-Ladeleistungen verzichtet OnePlus diesmal zugunsten der langfristigen Zellgesundheit.

185-Hz-Display und drei Co-Chips als Gaming-Köder

Auf der Vorderseite verbaut der Hersteller ein komplett planes 6,78 Zoll LTPO OLED-Display der vierten Generation („Oriental Display“), gefertigt von Partner BOE. Das Panel löst mit 1.272 x 2.772 Pixeln (1,5K) auf und besitzt extrem dünne Ränder von nur 1,15 Millimetern. Dank des neuen X4-Leuchtmaterials senkt die Hardware die minimale Helligkeit auf 1 Nit ab. Das schont die Augen bei nächtlicher Nutzung spürbar.

Im regulären Android-Alltag arbeitet das Panel flüssig mit 165 Hz. Startet man unterstützte Spiele, schaltet die Anzeige auf bis zu 185 Hz hoch. Laut Li Jie, Chef von OnePlus China, erfordert diese Spitzenfrequenz dedizierte Hardware-Anpassungen, die derzeit kein anderes Smartphone bietet. Ob dieser Unterschied abseits von Benchmarks in der Praxis sichtbar ist, darf man getrost bezweifeln. Für 99 Prozent aller Nutzer ist der Schritt von 120 auf 185 Hertz reines Zahlenspiel.

Unter der Haube taktet Qualcomms schnellster Chip. Der Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 liefert kompromisslose Rechenpower, flankiert von bis zu 16 GB RAM und 1 TB UFS-Speicher. Erst kürzlich feierte der Snapdragon 8 Elite Gen 6 seine Premiere und beweist nun im Zusammenspiel mit dem überarbeiteten Glacier-Kühlsystem seine Standfestigkeit bei Dauerlast.

Interessant ist die Aufteilung der Rechenlast auf drei maßgeschneiderte Zusatzchips:

  • P4-Chip: Steuert die Bildverarbeitung und entlastet den Kamerasensor.
  • G3-Chip: Optimiert die Antennenleistung und senkt Ping-Schwankungen im Mobilfunk.
  • T3-Chip: Verarbeitet Touch-Eingaben mit minimaler Verzögerung.

200-Megapixel-Hauptsensor und robuste IP69K-Zertifizierung

Auch beim Kamerasystem bricht OnePlus mit der Ausstattung des Vorgängers. Die Hauptkamera setzt auf einen 200-Megapixel-Sensor im 1/1.4-Zoll-Format. Dazu verbaut OnePlus eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 3-fach optischem Zoom sowie eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Frühe Branchenberichte über Leaker-Details zu Kamera und Akku des OnePlus 16 spiegeln diesen strategischen Wechsel exakt wider. Auf der Frontseite sitzt ein scharfer 50-Megapixel-Selfiesensor.

Ungewöhnlich viel Aufwand floss in die Robustheit. Das Gehäuse erfüllt gleich vier Schutzklassen: IP66, IP68, IP69 und IP69K. Damit übersteht das Smartphone nicht nur Untertauchen, sondern auch Hochdruckreinigung und heißen Dampf. Ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Glas, symmetrische Stereolautsprecher und eine eigene Hardware-Taste für KI-Funktionen runden die Hardware ab.

Reine Werbe-Floskeln sollte man dennoch ausblenden. OnePlus vermeldet für China ein Verkaufsplus von 44 Prozent im Jahr 2025 und 18 Prozent im Jahr 2026. Angeblich sollen zudem über 68 Prozent aller High-Frame-Rate-Gamer auf Geräte der Marke setzen. Solche Aussagen stammen aus internen Erhebungen ohne externe Verifizierung und dienen primär dem Marketing. Als Betriebssystem ist ColorOS 17 vorinstalliert.

42,5 Prozent Preissprung und bitterer Verzicht auf Europa

Für diese Rekordwerte greift OnePlus den Kunden tief in die Tasche. Das Basismodell mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher kostet in China 5.699 Yuan (umgerechnet rund 760 Euro). Für das Topmodell mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher werden 8.199 Yuan (rund 1.100 Euro) bis 8.499 Yuan (ca. 1.140 Euro) fällig.

Der Preissprung ist heftig. Das OnePlus 15 startete damals ab 3.999 Yuan (rund 535 Euro). Das bedeutet eine Teuerung von satten 42,5 Prozent innerhalb einer einzigen Generation. Das Konzept des günstigen Preis-Leistungs-Tipps hat OnePlus damit endgültig beerdigt.

Noch bitterer wiegt der Vertriebsstopp: OnePlus bringt keine neuen Produkte mehr in Europa und den USA auf den Markt. Ein regulärer Händlerkauf mit zweijähriger Gewährleistung entfällt damit. Wer ab dem Verkaufsstart am 31. Oktober 2026 zugreifen möchte, muss teuer über Import-Dienstleister bestellen. Ohne hiesige LTE-Bänder, mit chinesischem Software-Build und ohne lokalen Reparaturservice ist das OnePlus 16 hierzulande leider ein unvernünftiger Luxus-Import.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert