Škoda Elroq: Bestseller stößt den VW ID.4 vom Thron

Der Machtwechsel im Volkswagen-Konzern ist besiegelt – und er trifft die Wolfsburger Kernmarke an ihrer empfindlichsten Stelle. Jahrelang war der VW ID.4 die unangefochtene Nummer eins unter den konzerneigenen Stromern. Die aktuellen Absatzzahlen für 2026 zeigen nun schwarz auf weiß: Ausgerechnet der tschechische Herausforderer Škoda Elroq reißt die Krone an sich und verweist Volkswagens wichtigstes Volumenmodell auf den zweiten Platz.
Mit 92.200 verkauften Einheiten im bisherigen Jahresverlauf steht der Škoda Elroq einsam an der Spitze des Gesamtrankings. Der Volkswagen ID.4 (zusammen mit dem Coupé-Bruder ID.5) kommt im selben Zeitraum nur noch auf 81.900 Einheiten. Mehr als 10.300 Fahrzeuge Rückstand bedeuten für Wolfsburg eine schmerzhafte Klatsche. Diese Wachablösung hat sich abgezeichnet: Schon im Sommer zeigte sich die Dynamik, als der Skoda Elroq die Spitzenposition als beliebtes Elektroauto verteidigte und der Konkurrenz im eigenen Konzernregal davonzog.
Auch im Duell der tschechischen Brüder herrscht Klarheit: Der größere Škoda Enyaq (inklusive Coupé) landet mit 72.700 Einheiten auf Platz drei. Der Elroq nimmt seinem teureren Markenkollegen damit fast 20.000 Einheiten ab. Der kompakte Zuschnitt bedient den Markt schlicht punktgenau.
Die Top 10 Elektroautos im VW-Konzern (2026)
Für Google-Suchanfragen und den schnellen Überblick – so verteilen sich die Kräfteverhältnisse im Konzern aktuell:
- Škoda Elroq: 92.200 Einheiten
- Volkswagen ID.4 / ID.5: 81.900 Einheiten
- Škoda Enyaq (inkl. Coupé): 72.700 Einheiten
- Volkswagen ID.3: 61.100 Einheiten
- Audi Q6 e-tron (SUV / Sportback): 50.400 Einheiten
- Volkswagen ID.7 (inkl. Tourer): 47.500 Einheiten
- Audi Q4 e-tron (SUV / Sportback): 47.000 Einheiten
- Volkswagen ID. Buzz (inkl. Cargo): 42.000 Einheiten
- CUPRA Born: 29.000 Einheiten
- Audi A6 e-tron (Avant / Sportback): 27.600 Einheiten
Pragmatismus gewinnt: Warum der Elroq Wolfsburg überrollt
Der Erfolg des Elroq ist kein Zufall, sondern das Resultat hausgemachter Wolfsburger Fehler. Jahrelang mutete VW seiner Kundschaft unbeleuchtete Touch-Leisten, unlogische Infotainment-Menüs und triste Hartplastik-Landschaften zu. Škoda blieb bodenständig: echte Tasten am Lenkrad, logische Schalter im Cockpit und clevere Detaillösungen. Genau dieser Gegenentwurf zahlt sich jetzt aus, während der Elroq-Effekt den europäischen Elektromarkt aufmischt und bisherige Rangordnungen pulverisiert.
Den Weg dafür ebnete bereits vor zwei Jahren der Škoda Enyaq als leiser Erfolg im Modellprogramm, doch der Elroq zieht die Daumenschrauben noch fester an. Er nutzt dieselbe MEB-Technik, verpackt sie in stadttaugliche Abmessungen und bleibt preislich spürbar unter den Wolfsburger Pendants. Für viele Autokäufer ist der Griff zum Škoda schlicht die klügere Entscheidung.
Hinter den Podestplätzen offenbart die Statistik weitere Baustellen der Kernmarke: Der Volkswagen ID.3 bleibt mit 61.100 Einheiten auf Rang vier hinter den einstigen Hoffnungen zurück. Der Audi Q6 e-tron rettet sich mit 50.400 Einheiten auf Platz fünf, während der Langstrecken-Stromer Volkswagen ID.7 mit 47.500 Einheiten knapp vor dem Audi Q4 e-tron (47.000 Einheiten) rangiert. Am Tabellenende dümpeln der Lifestyle-Bus VW ID. Buzz mit 42.000 Einheiten, der CUPRA Born mit 29.000 Einheiten und der Audi A6 e-tron mit 27.600 Einheiten.
Der ID. Tiguan als Rettungsanker kommt spät
In Wolfsburg herrscht spürbare Nervosität. Die Antwort auf den Absturz des ID.4 soll kein simples Update sein, sondern ein radikaler Schnitt: Dass der VW ID.4 zum Elektro-Tiguan mutiert, beerdigt das unglückliche ID-Label im Kompaktsegment. VW holt den vertrauten Verbrenner-Namen zurück, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Der Haken an der Sache: Die Ankündigung hilft im aktuellen Verkaufsjahr wenig. Eine neue Spitzenversion des ID. Tiguan mit bis zu 700 Kilometern Reichweite rollt erst 2027 an. Bis dahin bleibt der Elroq auf der Überholspur – und festigt seine Vormachtstellung im Konzern, während Volkswagen nur hinterherschauen kann.
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