OnePlus 16: Leuchtendes LED-Gimmick sorgt für Peinlichkeit

Die Teaser zum OnePlus 16 auf Weibo enttäuschen mich gewaltig. Anstatt echte technische Fortschritte zu zeigen, verbaut der Hersteller ein schrilles LED-Array im Gaming-Look auf der Rückseite. Das wirkt billig und offenbart eine erschreckende Ideenlosigkeit.
Wer die Leaks vergleicht, sieht zum Vorgänger kaum Unterschiede. Schon das OnePlus 15 mit randlosem Display bot nur behutsame Pflege. Nun soll bunter Kirmes-Look das Fehlen echter Highlights überdecken.
Technisch serviert man gewohnte Hausmannskost. Qualcomm liefert den neuen Snapdragon 8 Elite Gen 6 Chip, flankiert von leicht überarbeiteten Kamerasensoren. Das ist solide, aber für ein Aushängeschild der Marke schlicht zu wenig.
Orangener Kirmes-Look statt echter Hardware-Power
Das angebliche Design-Highlight entpuppt sich als absurd. Orange LED-Streifen durchziehen drei Abschnitte der Gehäuserückseite. Eine leuchtende Zahl 16 steht neben sinnfreier Typografie, die keinen praktischen Zweck erfüllt.
Die Absurdität gipfelt in der Funktion. Fast die gesamte Rückseite leuchtet mit Deko-Grafiken, aber die eigentliche Benachrichtigungsanzeige ist ein winziges X am Kameramodul. Dieses kleine Symbol pulsiert bei Nachrichten. Ein skurriler Aufwand für minimalen Nutzen.
Diese Optik erinnert an günstige Gaming-Smartphones vergangener Tage. Was früher elegant wirkte, verkommt zur schrillen Show. Das ist kein mutiger Schritt, sondern reine Verzweiflung.
Carl Peis Ex-Firma dient als schlechtes Vorbild
Die Kopie liegt auf der Hand. Ex-Gründer Carl Pei machte transparente Gehäuse und Lichtleisten zur Marke. Schon beim Nothing Phone (1) im ersten Testbericht überzeugte die Beleuchtung durch klare System-Integration.
Nun versucht die alte Heimat den Nachbau, scheitert aber an der Ausführung. Sogar beim Nothing Phone (3) mit neuem Design bleibt das LED-Muster ein dezentes Werkzeug. Der Nachbau wirkt dagegen wie Spielzeug vom Krabbeltisch.
Früher punktete die Marke mit echten Erfindungen wie dem Alert-Slider oder cleveren Gesten. Wenn man jetzt Blinklichter braucht, um im Gespräch zu bleiben, ist das ein klares Alarmsignal.
Hoffnung auf die dezente Farbvariante
Ein Lichtblick bleibt. Chinesische Vorbesteller-Seiten zeigen, dass die bunten LED-Elemente nur einer einzelnen Farbvariante vorbehalten sind. Wer das Smartphone kauft, kann zum dezenten Modell greifen und den Kirmes-Look umgehen.
Das hinterlässt ein fundamentales Problem. Wenn das Hauptfeature so speziell ist, dass man es im Alltag verstecken muss, fehlt der echte Kaufgrund. Ohne Lichter bleibt nur ein gewöhnliches Jahres-Update.
Auf dem Weltmarkt sinkt die Relevanz ohnehin. Nach dem Rückzug aus den USA und Problemen in Europa verblasst der alte Glanz. Orangene Lämpchen werden diesen Trend nicht stoppen.
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