Oppo Pad 5 Pro und Pad Mini vorgestellt: Snapdragon 8 Elite trifft auf 144 Hz und 67 Watt

Tablets fristen im Smartphone-Schatten oft ein Nischendasein. Oppo versucht das mit zwei neuen Modellen zu ändern, die wenig gemeinsam haben, außer dem Namen und dem Ladeanschluss. Das Pad 5 Pro zielt auf den Laptop-Ersatz, das Pad Mini auf die Hosentasche. Beide starten in China, beide setzen auf aktuelle High-End-Hardware von Qualcomm. Der globale Markt muss sich gedulden oder auf OnePlus-Rebrandings hoffen.
Das Pad 5 Pro ist das Schwergewicht. Ein 13,2 Zoll großes LCD-Panel dominiert die Front. Die Auflösung liegt bei 3.392 x 2.400 Pixeln, das Seitenverhältnis beträgt 7:5. Das ist bewusst gewählt: Es erinnert an klassische Papierformate und bietet mehr vertikalen Raum für Dokumente als die üblichen 16:10-Panels. Die Helligkeit erreicht 1.000 Nits, die Bildrate passt sich zwischen 30 und 144 Hz an. Dolby Vision und HDR Vivid sind an Bord. Unter der Haube werkelt der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Bis zu 16 GB LPDDR5X-RAM und 512 GB UFS 4.1-Speicher sorgen für Durchzug.
Auffällig ist der Akku. Mit 13.380 mAh gehört er zu den größten im Tablet-Markt. Oppo verspricht 20 Stunden Videowiedergabe. Geladen wird mit 67 Watt. In einer Stunde ist das Gerät voll. Das ist schnell, aber angesichts der Kapazität eher Standard als Revolution. Acht Lautsprecher sollen für Klangvolumen sorgen. Die Kameras (13 MP hinten, 8 MP vorne) sind rudimentär, aber für Dokumentenscans und Video Calls ausreichend. Das Gehäuse ist mit 5,94 mm Dicke und 672 Gramm Gewicht für diese Klasse leicht.

Das Pad Mini geht den anderen Weg. Kompakt, leicht, handlich. 8,8 Zoll AMOLED, 2.520 x 1.680 Pixel, 144 Hz. Die Helligkeit klettert auf 1.600 Nits. Hier arbeitet ein Snapdragon 8 Gen 5, also die Non-Elite-Variante. Dennoch: 3-nm-Fertigung, bis zu 12 GB RAM, 512 GB Speicher. Der Akku fasst 8.000 mAh, lädt ebenfalls mit 67 Watt. Das Gewicht liegt bei knapp 280 Gramm, die Dicke bei 5,39 mm. Damit ist es leichter als viele Smartphones.
Beide Tablets laufen mit Android 16 und ColorOS 16. Die Software legt Wert auf Produktivität. PC-Level-WPS-Office, Multi-Window-Modus und eine Dateiverwaltung, die an Desktop-Systeme erinnert, sollen die Arbeit erleichtern. Der Oppo Pencil 3 wird unterstützt, ebenso wie eine magnetische Tastatur. Besonders beim Pad Mini ist die Integration in das Ökosystem interessant: Automatisches Network-Sharing mit Oppo-Smartphones, Cross-Device-Sync auch mit Apple-Geräten.
Redaktionelle Einschätzung: Die Entscheidung, im Pad 5 Pro ein LCD statt OLED zu verbauen, ist mutig. LCDs sind in der Regel langlebiger und günstiger in der Herstellung, bieten aber schlechtere Kontraste. Für ein Flaggschiff im Jahr 2026 wirkt das wie ein Kostenkompromiss, auch wenn die 1.000 Nits und die hohe Farbgenauigkeit (DeltaE < 1) dem entgegenwirken. Wer tiefe Schwarzwerte sucht, wird enttäuscht sein. Wer jedoch lange statische Inhalte liest, profitiert von der fehlenden Einbrenn-Gefahr.
Beim Pad Mini ist die Preisgestaltung kritisch. Startpreise um 540 US-Dollar (umgerechnet) für ein 8,8-Zoll-Tablet sind ambitioniert. Konkurrenz kommt von der iPad Mini-Reihe und kompakten Android-Alternativen wie dem Lenovo Legion Y700. Das Pad Mini muss sich über seine Software-Integration und das schnelle Laden definieren. rein hardwareseitig ist es stark, aber nicht einzigartig.
Die Preise in China starten bei 4.299 CNY (ca. 560 Euro) für das Pad 5 Pro und 3.699 CNY (ca. 480 Euro) für das Pad Mini. Eine matte Display-Option ist gegen Aufpreis verfügbar. Der Verkaufsstart in China ist Ende April. Ob und wann die Geräte nach Europa kommen, ist unklar.
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