Porsche Macan 4S: Zu schwer, zu teuer, aber genial bedienbar

Wer ernsthaft glaubt, mit einem Porsche Macan ein bezahlbares Einstiegsmodell zu schießen, wird im Konfigurator brutal abgewatscht. Beim Porsche Macan 4S Electric verlangt Zuffenhausen mindestens 90.700 Euro Grundpreis – und wer ein paar fahrdynamische Häkchen setzt, landet ohne mit der Wimper zu zucken bei über 125.000 Euro. Für ein kompaktes E-SUV ist das eine absolute Ansage. Doch abseits des Preisschocks liefert der Stromer eine Überraschung, die der gesamten Konkurrenz die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte.
Echte Tasten schlagen den Touchscreen-Wahnsinn
Während andere Hersteller ihre Innenräume mit billig zu produzierenden Wischflächen und unbedienbaren Menüs ruinieren, rudert Porsche an den entscheidenden Stellen zurück. Wir bekommen im Macan endlich wieder physische Knöpfe und griffige Drehregler am Lenkrad sowie massive Kippschalter für die Klimatisierung. Selbst die Luftdüsen lassen sich mechanisch und ohne Menü-Umweg justieren.
Das digitale Cockpit mit dem 12,9-Zoll-Fahrerdisplay und dem 10,9-Zoll-Infotainment arbeitet verzögerungsfrei und integriert Apple CarPlay sowie Android Auto drahtlos. Den optionalen Beifahrer-Bildschirm stufen wir hingegen als überflüssige Spielerei ein, die man sich auf der Aufpreisliste getrost sparen kann.
509 PS im Kampf gegen 2,4 Tonnen Lebendgewicht
Dass der Macan 4S Electric fahrphysikalisch überzeugt, grenzt bei einem Leergewicht von satten 2.350 Kilogramm fast an Zauberei. Im Overboost feuern die zwei permanenterregten Synchronmotoren bis zu 509 PS (380 kW) und 820 Nm Drehmoment auf alle vier Räder. Mittels Launch Control fällt die 100-km/h-Marke in flotten 3,9 Sekunden.
Das adaptive Luftfahrwerk ist spürbar straff ausgelegt, weshalb die riesigen 22-Zoll-Räder auf schlechten Straßen zu viel Härte in den Innenraum durchreichen. Wer klug ist, bleibt bei den serienmäßigen 20-Zoll-Felgen. Gewöhnungsbedürftig: Porsche verzichtet fast vollständig auf starkes One-Pedal-Driving; die Rekuperation beim Gaslupfen ist minimal, um das gewohnte Rollverhalten eines Verbrenners zu simulieren.
Schwache Reichweite trifft auf 800-Volt-Ladehammer
Die größte Schwachstelle des Zuffenhauseners liegt im Energiehunger. Aus dem brutto 100 kWh großen Akku holt der Macan 4S Electric im US-amerikanischen EPA-Zyklus magere 290 Meilen (rund 466 Kilometer) Reichweite heraus. Günstigere Plattform-Brüder wie der Audi SQ6 oder Außenseiter wie der Polestar 4 gehen sparsamer mit ihren Kilowattstunden um.
Gerettet wird der Macan auf der Langstrecke durch seine 800-Volt-Technik: Mit bis zu 270 kW Peak-Ladeleistung zieht der Stromer den Akku an DC-Schnellladern in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Unterm Strich bleibt der Macan 4S Electric ein fahraktives Luxusgut: Phänomenal verarbeitet und ergonomisch ein Traum, aber reichweitentechnisch durstig und preislich meilenweit vom automobilen Massenmarkt entfernt.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
