Smart #2: Der wahre Fortwo-Erbe beendet den SUV-Irrsinn

Man musste sich in den letzten zwei Jahren wirklich an den Kopf fassen: Smart, einst der König der engsten Parklücken, baute plötzlich gigantische Elektro-Schiffe wie den #1, den #3 und das Dickschiff #5. Mit der genialen Ursprungsidee von Swatch-Gründer Nicolas Hayek hatte das überhaupt nichts mehr zu tun – es war schlicht austauschbare Massenware aus chinesischer Geely-Produktion. Jetzt zieht der Hersteller endlich die Notbremse.
Mit dem neuen Smart #2 kehrt das zurück, worauf leidgeplagte Großstadt-Fahrer seit dem Produktionsende des Fortwo 2024 vergeblich warten: ein extrem kompakter, rein elektrischer Zweisitzer. Das wurde aber auch Zeit, denn das Loch im Markt der echten Kleinstwagen ist gigantisch.
Pariser Autosalon: Offenbarungseid statt Retro-Kitsch
Die Hüllen fallen offiziell im Oktober auf dem Pariser Autosalon. Smart-Designer Sylvain Wehnert stellt bereits klar, dass wir keine weichgespülte Retro-Kopie erwarten dürfen. Stattdessen geht es um die kompromisslose Rückkehr zum Kernprinzip: maximale Raumausnutzung auf minimaler Verkehrsfläche, ultrakurze Karosserie und die Räder ganz weit an den vier Ecken.
Auch das Markenzeichen des Ur-Smarts von 1998 feiert ein Comeback: Die legendäre Tridion-Sicherheitszelle wird gestalterisch durch das zweifarbige „Halo Roof“-Dach neu interpretiert. Wehnert nennt den Zweisitzer treffend den „Nukleus der Marke“. Ein spätes, aber bitter nötiges Eingeständnis, dass man die eigene Identität fast komplett vor die Wand gefahren hätte.
Das unlösbare Dilemma: Crash-Sicherheit gegen Akkugewicht
So sehr wir das Comeback feiern: Technisch steht Smart vor einer gigantischen Hürde. Einen Zweisitzer auf knapp 2,70 Meter Länge zu halten und gleichzeitig moderne, knallharte Euro-NCAP-Crashnormen zu erfüllen, grenzt an ein Wunder. Dazu kommt das unvermeidbare Übergewicht von Batteriepacks.
Wenn Geely und Mercedes hier nicht zaubern, droht dem #2 das Schicksal vieler moderner E-Autos: Zu schwer, zu teuer und am Alltag der Kunden vorbei entwickelt. Unter 25.000 Euro wird sich dieses Kunststück kaum realisieren lassen. Ob der #2 die Parkplatznot wirklich rettet oder zum überteuerten Lifestyle-Spielzeug verkommt, muss Smart im Oktober in Paris beweisen.
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