Vivo X500 Pro: Fetter Kamerabuckel im ersten Live-Leak

Da schlendert der taiwanische Superstar Jay Chou gemütlich im dunklen Mantel durch Melbourne und hält mal eben das noch unangekündigte Vivo X500 Pro in die Kamera. Keine unscharfen Renderbilder mehr, sondern handfeste Spy-Shots aus der freien Wildbahn. Der bekannte Leaker Digital Chat Station (DCS) hat bereits abgenickt: Ja, das ist das echte Gerät. Ob man das wirklich braucht, dass Hersteller ihre Stars wochenlang vor Launch „zufällig“ mit den neuen Kisten ablichten lassen, sei mal dahingestellt. Aber für uns Tech-Fans ist es immerhin ein netter Vorgeschmack.
Was direkt ins Auge springt: Das Ding hat einen massiven, kreisrunden Kamerabuckel. Vivo bleibt seiner Linie treu und pfeift auf dezente Rückseiten. Der LED-Blitz ist jetzt rund und das Vivo-Logo liegt horizontal am Rand. Eine Design-Revolution sieht anders aus, aber immerhin weiß man sofort, was man in der Hand hält.
Design-Stillstand oder sinnvolle Evolution?
DCS hat es treffend zusammengefasst: Die großen China-Hersteller haben ihre Formensprache mittlerweile zementiert. Xiaomi klebt bei seinem Matrix-Design, Oppo macht es ähnlich, Honor spielt mit Quadraten und Kreisen, und Vivo (in Leak-Kreisen liebevoll „blaue Fabrik“ genannt) serviert uns wieder die riesige Herdplatte auf der Rückseite. Das wurde aber auch Zeit, dass die Hersteller aufhören, jedes Jahr das Rad neu zu erfinden und sich stattdessen auf das konzentrieren, was unter der Haube passiert.

Interessant ist die Aufspaltung der Serie. Während die Pro-Modelle (Vivo X500 Pro und X500 Pro Max) die Kamera mittig zentrieren, soll das Standard-Vivo X500 das Modul in die linke obere Ecke quetschen. Wer also Symmetrie liebt, wird automatisch zu den teureren Pro-Modellen gedrängt. Ein cleverer, wenn auch leicht nerviger Schachzug von Vivo, um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen.
200 Megapixel und 2nm-Chip: Braucht man das?
Kommen wir zu den inneren Werten, denn da wird es wild. Die Pro-Modelle sollen mit einem sündhaft teuren 2nm Dimensity 9600 Pro Chip von MediaTek und einer absurden 200-Megapixel-Triple-Kamera anrücken. Das Standard-Modell muss sich mit einem 3nm Dimensity-Chip der 9er-Serie und 50 Megapixeln begnügen. Sind wir mal ehrlich: 200 Megapixel klingen auf dem Papier geil, aber im Alltag ballert euch das einfach nur den Speicherplatz voll. Wenn Vivo die Software nicht extrem gut abstimmt, nützt der größte Sensor nichts.
Richtig relevant wird es bei den Displays. Das X500 Pro soll angeblich mit 6,4 Zoll kommen – endlich wieder ein waschechtes, kompaktes Flaggschiff! Das Pro Max richtet sich mit 6,85 Zoll an die Fraktion der Hosentaschen-Sprenger. Wir erwarten den Launch im September in China. Bis die Dinger zu uns kommen (falls überhaupt), fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter. Preislich wird Vivo hier sicherlich wieder ordentlich hinlangen. Warten wir ab, ob die Bildqualität diesen fetten Kamerabuckel am Ende rechtfertigt.
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