Premierminister Johnson sagt, es gebe keine Alternativen zu Huawei – Frankreich hat welche gefunden

Seit fast zwei Jahren warnen die USA ihre Verbündeten davor, beim Aufbau ihrer neuen 5G-Netze die Netzwerkausrüstung von Huawei zu verwenden. Das Unternehmen, der weltweit größte Anbieter von Netzwerkausrüstung, ist aufgrund seiner angeblichen Verbindungen zur kommunistischen chinesischen Regierung eine nationale Sicherheitsbedrohung in den USA.

Die US-Gesetzgeber befürchten, dass die Ausrüstung des Herstellers Hintertüren enthält, die private und persönliche Informationen nach Peking senden. Huawei hat dies bestritten, und bisher hat noch niemand eine Hintertür in Huawei-Produkten entdeckt.

Während einige Verbündete wie Japan und Australien die Warnungen aus Washington D.C. beherzigt haben, haben andere dies nicht getan. Deutschland und Großbritannien haben beschlossen, die Netzwerkausrüstung von Huawei in ihren 5G-Netzen zu verwenden.

Während Großbritannien die Huawei-Ausrüstung nicht in der Nähe von „sensiblen Funktionen“ verwenden wird, sind die USA nun besorgt über die Vereinbarungen zum Informationsaustausch, die sie mit dem Land getroffen haben. Kurz bevor Großbritannien seine Entscheidung bekannt gab, sagte Premierminister Boris Johnson über die Verwendung von Huawei-Ausrüstung: „Welche Alternativen gibt es?“

Im Gegensatz zum britischen Premierminister Boris Johnson scheint Frankreich Alternativen zu Huawei gefunden zu haben.

Anstelle von Huawei wird Frankreich Ausrüstung von der finnischen Firma Nokia und Ericsson aus Schweden verwenden. Warum werden also nicht mehr Länder Huawei durch diese beiden Hersteller ersetzen?

Zunächst einmal sagen Experten, dass Huawei technologisch gesehen etwa ein Jahr vor Nokia und Ericsson liegt. Zweitens ist Huawei nicht nur billiger als seine Konkurrenten, sondern kann aufgrund seiner Verbindungen zur staatlichen Bank Chinas seinen Kunden auch großzügige Finanzierungsbedingungen anbieten.

Im Oktober letzten Jahres sprach die Trump-Regierung Berichten zufolge mit Führungskräften der US-Netzwerkfirmen Cisco und Oracle, um herauszufinden, ob die beiden daran interessiert wären, mit Huawei im 5G-Mobilfunknetzgeschäft zu konkurrieren. Beide Firmen sagten, dass sie weder die Zeit noch das Geld dafür investieren wollten.

Eine US-Delegation flog vor einigen Wochen nach Großbritannien, um die Briten in letzter Minute davon zu überzeugen, die Verwendung von Huawei-Geräten in ihren 5G-Netzen nicht zuzulassen. Die Gruppe aus den USA soll ihren britischen Kollegen einige Beweise dafür gezeigt haben, warum man den Teilen von Huawei nicht trauen kann. Ein amerikanischer Beamter sagte, dass die Verwendung von Huawei-Teilen für 5G-Netze „nichts anderes als Wahnsinn“ sei.

Ob es Nokia und Ericsson schaffen werden, ein echter Konkurrent von Huawei zu werden? Technisch können beide Firmen noch nicht mithalten. Auch finanziell scheinen da Welten wischen zu liegen. Aber mal abwarten.

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Jörn Schmidt
Android-Fan seit 2010, Outdoor- & Skandinavien-Fan, Kino-Freak und derzeitiger User eines Honor View 20 mit Android 10

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