Rendite-König Škoda: Warum die Tschechen VW und Porsche abhängen

Škoda fliegt unter dem Radar der großen Schlagzeilen. Die VW-Tochter kletterte in vier Jahren von Platz zehn auf Platz zwei in Europa. Beim Gewinn lassen die Tschechen im ersten Quartal 2026 sogar Porsche hinter sich. Eine Umsatzrendite von 8,3 Prozent spricht eine klare Sprache.
Firmenchef Klaus Zellmer bremst die Euphorie im Interview mit dem Magazin Edison ab. Er nennt das Ganze ein bloßes Zwischenbild. Die Realität zeigt jedoch ein extrem selbstbewusstes Management. Das sieht man an den konkreten Plänen für die kommenden Fahrzeugmodelle.
Produktion im Ausland bringt Skaleneffekte
Der neue Hoffnungsträger für die Masse heißt Epiq. Dieser günstige Stromer läuft nicht im tschechischen Stammwerk vom Band. Škoda baut das Kompakt-SUV im spanischen Navarra. Dort teilt sich der Wagen die Bänder mit dem Cupra Raval und dem VW ID.Polo.
Die Stammwerke in Mladá Boleslav platzen laut Zellmer aus allen Nähten. Spanien bietet durch die Gemeinschaftsproduktion der drei Marken wichtige Kostenvorteile. Höhere Löhne auf der iberischen Halbinsel spielen für den Chef keine Rolle. Die Wirtschaftlichkeit stimmt durch die schiere Masse beim Einkauf und der Logistik.
- Škoda Epiq: Basis-Stromer aus spanischer Produktion.
- Škoda Peaq: Großes Elektro-SUV mit sieben Sitzen kommt noch 2026.
- Vision O: Elektrischer Kombi befindet sich in der Entwicklung.
Keine Lust auf teuren Technik-Schnickschnack
Technisch bleibt die Marke auf dem Boden der Tatsachen. Das aktuelle Elektro-Portfolio nutzt ausnahmslos die ältere 400-Volt-Technik. Ein Upgrade auf die schnelle 800-Volt-Welt bleibt vage Zukunftsmusik. Zellmer sieht das erst für die nächste Plattform als Option.
Während Hyundai und Kia mit dem Ioniq 5 oder EV6 seit Jahren 800-Volt-Technik in der Mittelklasse anbieten und Ladezeiten unter 20 Minuten garantieren, schiebt Škoda das Thema auf die lange Bank. Das spart VW im Einkauf viel Geld. Für den Kunden bedeutet es auf der Langstrecke aber längere Zwangspausen an der Ladesäule.
Auch Reichweiten-Verlängerer mit Verbrennungsmotor stehen hinten an. In China boomen diese sogenannten Range Extender gerade. Škoda prüft die Technik zwar theoretisch. Der Chef sieht im europäischen Alltag aber keinen echten Nutzen für diese zusätzliche Komplexität. Gute Batterien und schnelle Ladezyklen reichen seiner Meinung nach völlig aus.
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