Samsung Galaxy Glasses: 41 Gramm sind ein direkter Angriff auf Meta

Samsung Galaxy XR Smart Glasses im Gesicht eines jungen Mannes
Quelle: Samsung
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Samsung bringt im November seine ersten smarten Brillen an den Start – und jetzt kennen wir endlich das wohl wichtigste technische Detail. Laut einem Leak von SammyGuru wiegen die Galaxy Glasses mit Standardgläsern gerade einmal rund 41 Gramm. Für eine Brille mit Kameras, Prozessoren und KI-Hardware ist das eine echte Ansage.

41 Gramm auf der Nase: Samsung spart sich das klobige Gewicht

Bisherige Berichte aus Südkorea sprachen von etwa 46 Gramm, und frühere Leaks zu den Galaxy Glasses nannten sogar 50 Gramm. Dass Samsung im Serienmodell nun bei 41 Gramm landet, macht im Alltag einen riesigen Unterschied. Zum Vergleich: Eine ganz normale optische Brille ohne jegliche Elektronik wiegt selten unter 30 Gramm.

In meinen Augen ist das der bisher größte Hebel für den Formfaktor. Zehn bis elf Gramm Aufschlag für Chips, Akkus und Sensoren spürt man auf der Nase kaum noch. Genau an diesem Tragekomfort sind smarte Brillen in der Vergangenheit reihenweise gescheitert.

Für den Antrieb sorgt der Qualcomm Snapdragon AR1 Gen 1, dem 2 GB RAM und 64 GB Speicher zur Seite stehen. Der Speicher dient schlicht als Puffer für Fotos und Videos, bevor die Dateien drahtlos auf dem Smartphone landen. Bei der Kamera verbaut Samsung 12 MP mit Videoaufnahmen in 3K bei 30 fps – das dürfte auf dem Papier sichtbar schärfer ausfallen als bei Metas Ray-Ban-Brille.

Dass das Ding so leicht bleibt, hat allerdings einen simplen Grund: Es gibt kein Display. Ein vollwertiges Display-Modell der Galaxy Glasses ist erst für 2027 geplant. Samsung baut hier also ein reines Audio- und Kamera-Gadget.

Der Ton kommt aus zwei Open-Ear-Lautsprechern, während vier Mikrofone Telefonate regeln und Befehle an Google Gemini weiterreichen. Auch die Ausdauer kann sich sehen lassen: Bis zu 9 Stunden reine Nutzungszeit verspricht der Akku, mit dem Ladecase klettert die Gesamtlaufzeit auf bis zu 72 Stunden. Die Fassung ist nach IPX4 gegen leichten Regen geschützt, das Case geht allerdings leer aus.

Modemarken statt Technik-Look: Gentle Monster und Warby Parker

Das größte Problem vernetzter Brillen war bisher selten die Rechenleistung, sondern die peinliche Optik. Als Samsung seine Rückkehr in den XR-Bereich vorbereitete, war klar: Sieht das Teil nach Bastel-Projekt aus, will es niemand tragen. Samsung überlässt das Design deshalb komplett zwei bekannten Brillenlabels.

Das koreanische Label Gentle Monster steuert sechs Fassungen in 16 Varianten bei – von eckig über rund bis oval. Überraschend finde ich hier vor allem die Farben: Neben Schwarz gibt es Töne wie Cream, Burgundy, Hellgrau und Pale Lilac mit klaren oder getönten Gläsern. In den USA lassen sich Sehstärken direkt online konfigurieren, in Südkorea geht der Weg über lokale Optiker.

Für den US-Markt kommt zusätzlich Warby Parker mit den Modellen Alden, Reid und Wren ins Spiel. Farblich gibt es Jet Black, edles Pine (Dunkelgrün) und Saddle (Rotbraun) samt dunkelblauem Ladecase. Auf den ersten Blick sieht man der Brille die Elektronik damit kaum an – und genau darum geht es.

Klingt stark, allerdings gibt es einen dicken Haken

Auf dem Papier sieht das Paket richtig gut aus, bei der Software zeigt sich allerdings die typische Kehrseite. Grundlegende Dinge wie Audio und Kamera funktionieren zwar mit jedem normalen Android-Smartphone und sogar dem iPhone. Wer jedoch das volle Potenzial samt Gestensteuerung und tiefen KI-Funktionen nutzen will, braucht zwingend ein aktuelles Galaxy-Gerät mit One UI 9.

Auch bei der Smartwatch zieht Samsung Grenzen: Smarte Watch-Features setzen eine Galaxy Watch ab Wear OS 7 voraus. Dazu kommt eine Altersgrenze ab 18 Jahren für alle KI-Dienste. In Südkorea bindet das System neben Google Maps immerhin auch Naver Maps für gesprochene Wegbeschreibungen ein.

Der Marktstart soll im November 2026 über die Bühne gehen, vorerst allerdings nur in Südkorea und den USA. Für Europa gibt es noch keinen Termin, was hierzulande ziemlich nervt. Auch einen Preis hat Samsung bisher nicht genannt.

Unterm Strich ist das Ding technisch extrem spannend und mit 41 Gramm erstaunlich alltagstauglich geraten. Ob das am Ende gegen Meta reicht, dürfte vor allem am Preisschild hängen.

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