Samsung Galaxy S27 Pro: Warum Europa diesmal den besseren Chip bekommt

Darstellung von vier Samsung Galaxy S27-Smartphones mit hochwertiges Metallic-Finish, die nebeneinander stehen, wobei das neue Galaxy S27 Pro in der Mitte durch eine dezente blaue Beleuchtung optisch hervorgehoben wird
Quelle: KI-generiert mit Nano Banana 2 von Google Gemini
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Samsung zwingt europäische Käufer seit Jahren zu einem faulen Kompromiss bei der Prozessorwahl. Wer kein teures Ultra-Modell kaufte, musste mit den thermischen und energetischen Nachteilen der hauseigenen Exynos-Chips leben. Mit der kommenden Galaxy S27-Reihe baut der Hersteller diese Zwei-Klassen-Gesellschaft nicht ab, sondern verschiebt lediglich die Grenze.

Neueste Zolleinträge zu den Importdaten eines Testgeräts mit der Modellnummer SM-S957B belegen, dass das neue Galaxy S27 Pro in Europa mit einem Qualcomm-Prozessor ausgeliefert wird. Das Kürzel „B“ steht traditionell für die europäische Variante, und die gelisteten Abschirmabdeckungen sind explizit für einen Qualcomm-Prozessor vorgesehen.

Mehr als nur ein Snapdragon: Was das S27 Pro sonst noch mitbringt

Ich sehe in dieser Entscheidung eine logische Korrektur der bisherigen Produktaufstellung. Das Galaxy S27 Pro – intern unter dem Kürzel NM3 geführt – erbt damit die begehrte Chip-Gleichstellung, die bisher nur der Ultra-Klasse vorbehalten war. Zum Einsatz kommt aller Voraussicht nach der Snapdragon 8 Elite Gen 6 in der Ausführung SM8950.

Das eigentliche Flaggschiff Galaxy S27 Ultra (NM4) setzt sich technisch dennoch weiter ab. Hier deutet sich der Einsatz einer höher getakteten Variante des Chips an (SM8975), die zudem schnellen LPDDR6-Arbeitsspeicher unterstützt.

Die Kehrseite dieser Entwicklung trifft Käufer der günstigeren Basismodelle. Für das reguläre Galaxy S27 sowie das S27+ listen die Dokumente weiterhin SoCs von Samsungs Chipsparte LSI. Europa bekommt bei den Standardgeräten also erneut den Exynos 2700 serviert.

Neben der Prozessor-Aufwertung spendiert Samsung dem S27 Pro spürbare Hardware-Verbesserungen im Kamera-System. Eine 16-Megapixel-Frontkamera mit Autofokus löst die bisherige Sensorik ab, während der Ultraweitwinkel von 12 Megapixel auf einen 50-Megapixel-Sensor aufgestockt wird. Das neuartige Privacy Display wandert in alle vier S27-Modelle, wohingegen der S-Pen exklusiv beim Ultra verbleibt.

Aktuell befinden sich die Geräte in der Phase des Device Verification Testing (DVT). Auch wenn der Marktstart erst für das Frühjahr 2027 geplant ist, steht die grundlegende Hardware-Architektur damit weitgehend fest. Dass späte Kurswechsel vorkommen, bewies Samsung erst 2026 bei der kurzfristigen Absage des S25-Edge-Nachfolgers zugunsten des S26 Plus.

Samsungs gespaltene Halbleiter-Realität

Die Zuteilung des Snapdragon-Chips an das S27 Pro ist keine Gefälligkeit an den Endkunden, sondern das Ergebnis knallharter Fertigungsprobleme. Samsungs eigene Halbleiter-Sparte kämpft seit Jahren mit unzureichenden Ausbeuten und Effizienzdefiziten bei ihren modernsten Fertigungsverfahren.

Um die Marge der günstigeren Modelle zu retten, muss der Konzern dort zwingend auf die eigenen Exynos-Chips setzen. Bei einem höher positionierten Pro-Modell lässt sich der deutliche Preisaufschlag für die einkauften Qualcomm-SoCs hingegen problemlos an die Käuferschicht weiterreichen.

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