Seat baut die E-Zukunft von VW: Warum Spanien jetzt Wolfsburg den Rang abläuft

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Quelle: Volkswagen Group
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Seat baut kein eigenes Elektroauto. Das klingt nach einer Pleite, ist aber ein geschickter Schachzug im VW-Konzern. Die Spanier übernehmen ab sofort die technische Federführung für die neue Elektro-Plattform MEB21. Bis zum Jahr 2030 leitet die Tochterfirma die komplette Weiterentwicklung dieser Basis für alle kleinen Stromer.

Die Plattform MEB21 nutzt ein Layout mit Frontantrieb. Weniger Bauteile senken das Gewicht und die Produktionskosten der Fahrzeuge. Das Ziel sind bezahlbare E-Autos für Marken wie Skoda, Cupra und VW. Spanien steigt damit zum zentralen Knotenpunkt für kompakte Elektroautos im Konzern auf.

Vier neue Modelle für die Core-Gruppe

Der VW-Konzern bündelt seine Volumenmarken in der sogenannten Core-Gruppe. In diesem Jahr starten vier wichtige Modelle auf dieser gemeinsamen technologischen Basis. Die Kunden sehen bald den VW ID Polo, den Skoda Epiq, den Cupra Raval und den VW ID Cross beim Händler.

Bisher hinkte Seat bei der Software hinterher. Jetzt ziehen die Spanier nach. Die neuen Kleinwagen erhalten aktuelle Technik wie ein Android-Infotainment und den digitalen Autoschlüssel. Auch bidirektionales Laden (Vehicle to Load) und ein verbesserter Travel Assist ziehen in die Kompaktklasse ein.

Der Druck aus China wächst

Wolfsburg gibt die Kontrolle ab, weil die eigene Software-Abteilung Cariad seit Jahren Milliarden verbrennt und Fristen reißt. Seat und Cupra zeigen mit sportlichen Modellen, dass sie die junge Zielgruppe besser verstehen als die Kernmarke VW. Der Schritt ist eine Notbremse gegen den Erfolg von BYD und MG in Europa.

China-Hersteller drängen mit günstigen Preisen und moderner Software auf den europäischen Markt. VW muss seine Entwicklungszeiten drastisch verkürzen. Die Auslagerung der Plattform an Seat soll die trägen Strukturen in Wolfsburg umgehen. Ob die Spanier das Software-Chaos der Vergangenheit schneller lösen, bleibt die spannende Frage im Alltag.

Der geplante Kleinstwagen VW ID Every1 entsteht ab 2027 übrigens in Portugal. Dieses Einstiegsmodell bleibt ein reines VW-Projekt. Schwestermodelle von Skoda oder Cupra sind für diese Fahrzeugklasse bisher nicht geplant.

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