Škoda Epiq: 32.100 Euro Startpreis brechen das 25.000-Euro-Versprechen

Frontansicht eines grünen Skoda Epiq
Quelle: Škoda Auto Deutschland GmbH
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Ich habe mir den Konfigurator zum Bestellstart im Mai 2026 genauer angesehen, und die Enttäuschung sitzt tief. Monatelang geisterte die magische Grenze von 25.000 Euro durch die Medien, um das neue Elektro-SUV der Tschechen als erschwingliches Erfolgsmodell im B-Segment zu etablieren. Ein Versprechen, das der Volkswagen-Konzern der Kundschaft seit Jahren macht. Doch wer jetzt zum offiziellen Verkaufsstart ein Fahrzeug bestellen möchte, schaut in die Röhre und muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich kommuniziert.

Teure Launch-Modelle statt günstiger Einstieg

Die Realität beim Bestellstart fällt ernüchternd aus. Verfügbar ist erst einmal ausschließlich der Škoda Epiq 55, dessen Einstiegspreis bei 32.100 Euro liegt. Das bedeutet eine Kluft von über 7.000 Euro gegenüber der lang vorhergesagten Marke. Das eigentliche Basismodell, der Epiq 35 mit kleinerem Akku und günstigerer LFP-Chemie, wird erst ab Ende September 2026 bestellbar sein und soll dann tatsächlich die 25.900 Euro anpeilen. Für frühe Käufer fällt der Einstieg in die Epiq-Flotte damit deutlich teurer aus. Wir haben bereits in einem früheren Beitrag beschrieben, wie Škoda den Epiq im Werk Pamplona an den Start bringt und die Fertigung auf der neuen Plattform hochzieht.

Wer sich durch die Preisliste des Epiq 55 klickt, sieht die deutlichen Abstände zwischen den einzelnen Ausstattungen. Die Basislinie Essence startet bei 32.100 Euro, während die Variante Selection bereits mit 35.600 Euro kalkuliert wird. Dieser Aufpreis von 3.500 Euro ist substanziell, bringt aber immerhin wertige Aufwertungen wie Matrix-LED-Scheinwerfer und erweiterte Assistenzsysteme mit sich. Das vorläufige Topmodell First Edition verlangt den Kunden sogar 38.950 Euro ab. Rechnet man den Preis der Essence-Variante auf die Netto-Batteriekapazität von 51,7 kWh herunter, zahlt der Kunde rund 621 Euro pro Kilowattstunde. Dieser Wert relativiert den anfänglichen Preisschock zwar ein Stück weit, wer jedoch gezielt nach einem Stromer für deutlich unter 30.000 Euro sucht, wendet sich erst einmal enttäuscht ab.

Schnelles Laden trifft auf späte Software-Abstimmung

Technisch feiert bei Škoda mit dem Epiq die weiterentwickelte MEB+-Plattform mit Frontantrieb ihre Premiere. Der Elektromotor leistet in den 55er-Modellen 155 kW (211 PS), wobei die Höchstgeschwindigkeit elektronisch bei 160 km/h begrenzt wird. Auffällig ist allerdings, dass der Hersteller offizielle Zahlen zum Drehmoment oder zur Beschleunigung von 0 auf 100 km/h zum jetzigen Zeitpunkt noch komplett zurückhält. Dass solche Leistungsdaten bei einem bereits bestellbaren Serienmodell fehlen, ist ungewöhnlich und deutet auf eine letzte Feinabstimmung der Software hin. Der 51,7 kWh große Netto-Akku (55 kWh brutto) baut auf eine NMC-Batteriechemie (Nickel-Mangan-Cobalt), die eine hohe Energiedichte und stabile Leistung bei kühleren Temperaturen verspricht.

Beim Laden an der Schnellladesäule zeigt sich die 400-Volt-Architektur von ihrer starken Seite. Eine maximale DC-Ladeleistung von 133 kW sorgt dafür, dass sich der Akku unter idealen Bedingungen in 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen lässt – ein hervorragender Wert in dieser Fahrzeugklasse. Wichtig ist jedoch der Blick auf die reale Alltagseffizienz. Škoda gibt eine WLTP-Reichweite von 441 Kilometern an. Erste Praxistests aus dem Konzernumfeld mit der MEB+-Plattform zeigen jedoch, dass auf der Autobahn bei Richtgeschwindigkeit von 130 km/h mit einem Mehrverbrauch von 18 bis 25 Prozent zu rechnen ist. Auf Langstrecken dürfte sich die tatsächliche Reichweite daher eher bei 330 bis 360 Kilometern einpendeln. Der cW-Wert von 0,275 ist für ein Kompakt-SUV ordentlich, stellt aber einen klaren Kompromiss aus kompakter Form und hohem Aufbau dar.

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Raumwunder im Cockpit und harter Konkurrenzkampf

Im Innenraum spielt das SUV seine traditionellen Markenstärken voll aus. Bei einer kompakten Außenlänge von nur 4,17 Metern bietet der Wagen hervorragende Platzverhältnisse. Der Kofferraum fasst beeindruckende 475 Liter und übertrifft damit etliche Fahrzeuge höherer Segmente. Unter der Fronthaube befindet sich zudem ein 25 Liter großer Frunk, der den idealen Platz für das Ladekabel bietet. Das Cockpit folgt dem neuen „Modern Solid“-Designansatz: Ein frei stehender 13-Zoll-Zentraldisplay dominiert das Armaturenbrett, wobei die Steuerung primär über den Touchscreen läuft. Ergänzt wird das System durch physische Tasten für wichtige Grundfunktionen, was den Alltag deutlich erleichtert. Die Materialien bestehen teils aus recycelten Kunststoffen und sind komplett lederfrei.

Ganz ohne Makel verläuft der Marktstart allerdings nicht. Berichte über Kinderkrankheiten weisen auf Software-Verzögerungen im Android-basierten Infotainmentsystem und gelegentliche Inkompatibilitäten an einzelnen DC-Schnellladesäulen hin. Škoda plant, diese Mängel zeitnah über Over-the-Air-Updates zu beheben, doch ob ältere Ladesäulen damit vollständig abgedeckt werden, bleibt ein Ungewissheitsfaktor. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb im B-Segment zusehends. Der schärfste Rival kommt aus dem eigenen Konzern: Der VW ID. Cross ist mit einem Einstiegspreis von 27.995 Euro angekündigt. Es zeigt sich ein ähnliches Muster wie bereits beim VW ID. Polo Trend, wo der Einstiegspreis durch gestaffelte Modellstarts hochgehalten wurde. Neben dem Cupra Raval drängen auch asiatische Mitbewerber wie der Leapmotor B05 ab 27.900 Euro in den Markt, während der Toyota Yaris Cross Hybrid ab 27.640 Euro als etablierte Hybrid-Konkurrenz wartet. Ein Škoda-Sprecher fasst die Ausrichtung zusammen: „Der Epiq ist unser klares Bekenntnis, Elektromobilität für eine breite Käuferschicht zugänglich und alltagstauglich zu machen.“ Wer viel im urbanen Raum fährt, sollte dennoch kühl rechnen und auf das Basismodell im Herbst warten.

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