Google Pixel Tablet: Das endgültige Aus im Store
Beim Blick in den offiziellen Store von Google fällt auf: Sämtliche Hinweise auf eigene Tablets der Pixel-Reihe wurden heimlich gelöscht. Was sich im vergangen Jahr bereits durch den Stopp der Entwicklung andeutete, ist nun besiegelt. Google stellt die eigene Hardware in dieser Kategorie wieder einmal komplett ein. Für mich ist diese Entscheidung ein gewaltiger Fehler mit Ansage.
Ein bekanntes Muster ohne Weitblick
Google zieht wieder einmal den Stecker. Schon beim Pixel C und beim Pixel Slate zeigte der Hersteller das gleiche Verhalten: Erst wird eine Produktlinie groß angekündigt, dann vernachlässigt und schließlich beerdigt. Als das Gerät 2023 vorgestellt wurde, sprach Google noch von großen Plänen für das Smart Home und die Wiederbelebung von Android auf großen Bildschirmen. Damals in meinem Google Pixel Tablet Testbericht hinterließ die Hardware mit dem 10,95 Zoll Display und dem Ladedock zwar noch einen durchwachsenen Eindruck, bot aber eine spannende Basis für eine zweite Generation.
Die Hoffnung auf Nachbesserung löst sich nun komplett auf. Noch vor einiger Zeit machten Gerüchte über ein leistungsstärkeres Pixel Tablet 2 die Runde, das mit Tastatur-Unterstützung und Produktivitäts-Fokus den Markt aufmischen sollte. Diese Pläne sind vom Tisch. Googles Entwicklungs-Stopp hinterlässt erneut verunsicherte Käufer. Wer auf langfristige Kontinuität bei Googles eigener Hardware hofft, wird wieder enttäuscht.
Foldables ersetzen kein vollwertiges Tablet
Der strategische Fokus von Google hat sich spürbar in Richtung Falt-Smartphones verschoben. Faltbare Geräte bieten zwar große Bildschirme im kompakten Gehäuse, sie sind jedoch ein völlig anderer Gerätetyp. Ein Falt-Smartphone richtet sich an Nutzer, die unterwegs maximale Bildschirmfläche benötigen. Es ersetzt kein klassisches Tablet, das zu Hause auf dem Couchtisch liegt, für Medienkonsum genutzt wird oder im Bildungsbereich dient.
Dass Apple mit dem iPad den Markt nach Belieben dominiert, liegt keineswegs nur am Hardware-Vorsprung. Es liegt vor allem daran, dass Apple der Kategorie dauerhaft die Treue hält. Entwickler investieren Zeit und Ressourcen in Apps, weil sie wissen, dass das iPadOS-Ökosystem auch in fünf Jahren noch gepflegt wird. Wenn Google alle paar Jahre die Segel streicht, fehlt Entwicklern jegliche Planungssicherheit. Das schadet am Ende dem gesamten Android-Ökosystem.
Das Schattendasein für große Displays
Obwohl Google in den letzten Android-Versionen gute Arbeit bei der Anpassung der Benutzeroberfläche für große Bildschirme geleistet hat, fehlt ohne eigene Referenz-Hardware das Schaufenster. Drittanbieter wie Samsung bauen zwar weiterhin Hardware, aber Googles eigenes Signal an den Markt ist verheerend: Wir glauben selbst nicht an diese Produktkategorie.
Wer ein geschlossenes Ökosystem aus Smartphone, Smartwatch, Ohrhörern und Tablet sucht, schaut bei Google nun ins Leere. Mich würde es nicht wundern, wenn Google in drei oder vier Jahren wieder ein neues Tablet präsentiert – nur um es zwei Jahre später erneut einzustampfen. Für Anwender, die Wert auf ein vollständiges Line-up legen, ist diese sprunghafte Produktpolitik schlicht frustrierend.
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