Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro: AnTuTu-Leak entlarvt 2nm-Debakel

Qualcomm bereitet den Wechsel auf die 2nm-Fertigung vor, doch ein erster durchgestochener Benchmark des Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro hinterlässt verbrannte Erde. Auf der Plattform AnTuTu V11.1.4 tauchte der neue Flaggschiff-Prozessor unter der Modellnummer SM8975 mit einem Gesamtergebnis von 4.835.412 Punkten auf.
Wer jetzt einen Quantensprung erwartet hat, wird herb enttäuscht. Gemessen an den aktuellen Spitzenmodellen der Vorgängergeneration bedeutet dieser Wert einen Zuwachs von gerade einmal rund sieben Prozent. Ich frage mich ernsthaft, wie die Marketingabteilung diesen homöopathischen Leistungssprung beim Endkunden rechtfertigen will.

Magerer Leistungssprung offenbart das 2nm-Problem
Ein genauer Blick auf die Rohdaten zeigt, wo der Schuh drückt. Der CPU-Teilbereich schlägt mit 1.368.930 Punkten zu Buche, während die integrierte Adreno 850 GPU auf 1.854.826 Punkte kommt. Das mag auf dem Papier nach viel Holz klingen, stellt aber im direkten Vergleich zur aktuellen Chip-Generation eine veritable Stagnation dar.
| Chip-Modell | Fertigungsknoten | CPU-Score (AnTuTu) | GPU-Score (AnTuTu) | Gesamtscore (AnTuTu) | Relativer Zuwachs |
| Snapdragon 8 Elite Gen 5 | 3nm (TSMC N3E) | ~1.280.000 | ~1.710.000 (Adreno 830) | ~4.500.000 | Basiswert |
| Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro | 2nm (TSMC N2) | 1.368.930 | 1.854.826 (Adreno 850) | 4.835.412 | +7,4 % |
Der Wechsel auf einen kleineren Fertigungsknoten sollte eigentlich höhere Taktfrequenzen bei gleichzeitiger Energieeinsparung bringen. Wenn unter dem Strich aber nur ein einstelliges Prozentplus herausspringt, läuft bei der Architektur-Skalierung oder dem Wärmemanagement gewaltig etwas schief.
Datenbank-Anomalie nährt Zweifel an den Benchmark-Zahlen
Erschwerend kommt hinzu, dass der vom Leaker Digital Chat Station verbreitete Screenshot von AnTuTu selbst bisher nicht validiert werden konnte. Die Betreiber der Benchmark-Plattform gaben zu bedenken, dass der besagte Durchlauf im eigenen Backend nicht auffindbar ist.
Wir sprechen hier also womöglich von einem manipulierten Testlauf oder einem extrem frühen Ingenieurs-Muster, das aufgrund aggressiven Drosselns noch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Gerüchte über bevorstehende Smartphone-Premieren im Xiaomi 18, OnePlus 16 oder der Honor Magic 9 Serie sollte man vor diesem Hintergrund mit extremer Vorsicht genießen.
Hersteller wie Honor setzen beim Standardmodell wohl nicht ohne Grund weiterhin auf den ausgereiften Vorgänger. Sollte Qualcomm für die 2nm-Siliziumscheiben die erwarteten Aufpreise durchdrücken, wird der Griff zum Vorgänger-Smartphone für preisbewusste Käufer die deutlich klügere Entscheidung sein.
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