Tesla Fremont: Aus für Model S und Model X macht Platz für Roboter

Tesla Model S 2021
Quelle: Tesla
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Das Ende kam mit Ansage, doch nun ist es amtlich: In Fremont sind die letzten Exemplare der Baureihen Model S und Model X vom Band gerollt. Ein schwarzes Model S, übersät mit den Unterschriften der Belegschaft, markiert den Schlusspunkt einer Ära, die Tesla vom belächelten Startup zum globalen Taktgeber beförderte. Nach 14 Jahren für die Limousine und elf Jahren für das SUV zieht Elon Musk den Stecker. Die Entscheidung ist rein betriebswirtschaftlicher Natur. Im vergangenen Jahr machten diese Modelle zusammen mit dem Cybertruck gerade einmal rund 50.000 Auslieferungen aus – eine verschwindend geringe Zahl im Vergleich zu den 1,6 Millionen Einheiten der Volumenschiffe Model 3 und Model Y. Die Kapazitäten in Kalifornien waren zuletzt schlicht nicht mehr sinnvoll ausgelastet.

Tesla nutzt den freiwerdenden Platz im Werk nicht für neue Autos, sondern für den nächsten großen Wettsatz der Firmengeschichte. Wo bisher Luxus-Stromer montiert wurden, soll künftig der humanoide Roboter Optimus entstehen. Dass es für die beiden Flaggschiffe keinen direkten Nachfolger gibt, unterstreicht den radikalen Fokuswechsel des Unternehmens. Die Rolle des Technik-Pioniers hat das Model S längst an die Konkurrenz oder die eigenen Massenmodelle verloren. Während der Roadster noch auf einem Lotus-Fahrgestell basierte, war das Model S das erste komplett eigenständig entwickelte Fahrzeug der Marke. Mit seinem Aus verschwindet ein Stück Identität aus dem Portfolio, das Tesla überhaupt erst die Bühne für den heutigen Erfolg bereitete.

Zum Abschied gönnte Tesla treuen Stammkunden eine streng limitierte „Signature“-Edition. Insgesamt 350 Fahrzeuge in Granatrot mit goldenen Akzenten wurden für stolze 159.420 US-Dollar exklusiv angeboten. Doch selbst dieser exklusive Abgang verläuft nicht ohne Nebengeräusche. Nur wenige Tage vor der geplanten Übergabe am 12. Mai 2026 sagte Tesla das Event kurzfristig per Nachricht ab. Ein neuer Termin steht noch in den Sternen. Für Käufer, die bereits Flüge und Hotels für die Abholung in Fremont gebucht hatten, ist das ein teurer und frustrierender Dämpfer. Tesla schweigt sich zu Entschädigungen bisher aus. Der Vorhang fällt also nicht mit Applaus, sondern mit verärgerten Postings in den sozialen Netzwerken.


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