Tesla: Roadster-Event am 1. Oktober nach neun Jahren

Tesla hat auf X mit dem knappen „Go for launch“ und einer passenden Grafik den 1. Oktober als Termin für die Enthüllung des neuen Roadsters gesetzt. Die Seite ist online, die Countdown-Uhr läuft, und Reservation-Inhaber haben Einladungen nach Waco, Texas bekommen. Neun Jahre nach der ersten Vorstellung 2017 gibt es endlich ein konkretes Datum – und das an einem Wochenende, mit dem kaum jemand gerechnet hat.
Die Geschichte dieses Autos zieht sich wie Kaugummi. Im November 2017 rollte der Prototyp über die Bühne, damals mit den Zahlen 0 auf 100 km/h in 1,9 Sekunden, über 400 km/h Spitze und 1.000 Kilometer Reichweite zum Basispreis von 200.000 Dollar. Der Marktstart wanderte Jahr für Jahr nach hinten. Elon Musks leere Versprechen beim Roadster und die ständigen Terminverschiebungen sind längst Teil der Markenkommunikation geworden. Im April 2026 sollte es schon einmal so weit sein, doch auch dieser Termin platzte.
Laut Berichten von The Information ist der ursprüngliche Entwurf von 2017 inzwischen komplett verworfen. Es gibt ein neues Design, das am 1. Oktober erstmals öffentlich gezeigt werden soll. Ob das Auto dann noch viel mit der Vision von 2017 zu tun hat, bleibt abzuwarten. Elon Musk hat bereits klargestellt: Nach der Enthüllung dauert es noch einmal 12 bis 18 Monate, bis die Serienproduktion anläuft. Wer also auf schnelle Auslieferung hofft, braucht weiter Geduld.
Neues Design, alte Versprechen und der SpaceX-Faktor
Die technischen Eckdaten aus der 2017er-Präsentation stehen weiterhin im Raum. 1,9 Sekunden auf Tempo 100, 400-plus km/h und 1.000 Kilometer Reichweite klingen auch 2026 noch beeindruckend – wenn sie halten. Gerade bei der Reichweite bleibe ich skeptisch. Gleichzeitig deutet das Teaser-Bild mit dem Launch-Pad-Licht und den vier Abgasfahnen stark auf die lange angekündigten Cold-Gas-Thruster hin, die in Zusammenarbeit mit SpaceX entwickelt wurden. Berichte sprechen von einer Demo in der Nähe von Waco, bei der das Auto ohne Insassen vom Boden abheben soll. Zuschauer müssten aus Sicherheitsgründen weit entfernt bleiben.
Das wäre typisch Tesla: ein spektakuläres Showstück, das Aufmerksamkeit erzeugt, aber für den normalen Käufer kaum relevant ist. Parallel dazu existiert vermutlich eine „normale“ Variante ohne Raketenantrieb für Leute mit ausreichend großem Portemonnaie. Die Frage bleibt, was vom schnörkellosen Sportwagen-Konzept von 2017 tatsächlich übrig bleibt.
Die Konkurrenz hat nicht geschlafen
Als Tesla den Roadster 2017 vorstellte, wäre er ein echtes Statement gewesen. Heute liefern chinesische Hersteller High-Performance-Stromer in Serie. BYD und seine Submarken haben Sportwagen und Hypercars auf der Straße, die in Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit längst in ähnliche Regionen vorstoßen. Der Roadster muss also mehr liefern als reine Zahlen, sonst wirkt die jahrelange Verzögerung doppelt peinlich.
Tesla macht es diesmal konkreter als bei den vielen vorherigen Ankündigungen. Die frühere Enthüllungsankündigung für Ende April war noch eine der üblichen Aussagen von Musk oder Managern. Diesmal gibt es eine Event-Seite, Einladungen und einen klaren Termin. Trotzdem bleibt der Grundton der Geschichte derselbe: große Versprechen, lange Wartezeiten und die Unsicherheit, was am Ende wirklich ankommt.
Am 1. Oktober wird klarer, ob Tesla hier ein echtes Serienfahrzeug oder vor allem ein Marketing-Event liefert. Die Zahlen von 2017 bleiben ambitioniert. Die Produktionszeitlinie danach ebenso. Und die Konkurrenz aus China sitzt nicht still und wartet.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
