Tesla Roadster: Show-Flug statt echtem Serienauto?

der mögliche Tesla Roadster 2.0 in der Farbe Rot
Quelle: Tesla, Inc.
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Zweiundfünfzigtausend Euro Anzahlung und fast zehn Jahre später zeigt Elon Musk ein ferngesteuertes Spielzeug? Ganz ehrlich: Wer nach fast einem Jahrzehnt Warterei auf den Tesla Roadster 2.0 ein fertiges Elektro-Supercar für die Autobahn erwartet hat, bekommt jetzt die nächste Dosis Musk-Marketing serviert.

Laut aktuellen Berichten plant Tesla noch diesen Monat eine Demonstration auf dem SpaceX-Raketentestgelände im texanischen McGregor. Das Fahrzeug mit dem internen Projektcode A71 soll mithilfe von Kaltgasdüsen kurzzeitig schweben. Weil der Lärm und die Druckimpulse dieser Aggregate gesundheitsschädlich laut sind, sitzt niemand am Steuer – der Prototyp wird komplett ferngesteuert.

Technik-Mogelpackung für hunderte Tausende Euro

Wir müssen das Kind beim Namen nennen: Die angekündigte „SpaceX-Edition“ ist kein Auto, sondern eine fahrende Kaltgas-Kanone. Um den Hochdrucktank unterzubringen, hat Tesla die ursprüngliche 2+2-Sitzer-Idee verworfen und setzt nun auf ein ultraleichtes Carbon-Monocoque mit zwei Sitzen und Schmetterlingstüren. Die Heckbank opfert man schlicht der Druckluft.

Das Ergebnis dieser Ingenieurs-Kapriole ist absehbar: Die Thruster-Variante bekommt keine Straßenzulassung. Tesla plant stattdessen ein exklusives Rennstrecken-Spielzeug für Sammler – ähnlich wie Ferraris XX-Programm. Wer auf ein echtes Straßenauto hofft, muss sich mit einer abgespeckten Basisversion begnügen.

  • SpaceX-Edition: Kaltgasdüsen, Carbon-Tub, keine Straßenzulassung, Preis im sechs- bis siebenstelligen Bereich.
  • Straßen-Version: Konventioneller E-Antrieb, straßentauglich, Leistungswerte noch immer ohne finale Homologation.

Warum die Show die Lieferverzögerung verschleiert

2017 hat Elon Musk eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in knapp 1,9 Sekunden und über 1.000 Kilometer Reichweite versprochen. Kunden überwiesen für die „Founders Series“ 250.000 US-Dollar Anzahlung als zinslosen Kredit an Tesla. Was sie nun bekommen, ist eine spektakuläre Drohnenshow in der texanischen Wüste, um von gesunkenen Operativ-Gewinnen abzulenken.

Dass Tesla die Stunts von wilden Überschlag-Ideen auf ein einfaches Schwebemanöver zusammengestrichen hat, zeigt die physikalischen Grenzen des Konzepts. Für uns Konsumenten bleibt die harte Realität: Ein echter Konkurrent für den Porsche Taycan Turbo GT oder Rimac Nevera steht auch 2026 nicht beim Händler. Wer eine Stunt-Show sehen will, geht in den Zirkus – wer ein Supercar kauft, möchte damit auf die Straße.

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