VW-Konzern: Tafelsilber-Verkauf stoppt den Absturz nicht

Bei Volkswagen brennt die Hütte lichterloh. Wer dachte, der jahrelange Konzernumbau trage endlich Früchte, wird böse enttäuscht. Der bisherige Sparplan reicht hinten und vorne nicht, weshalb Konzernchef Oliver Blume jetzt den Notverkauf einleitet. Neben drohenden Werksschließungen und Entlassungen geht es nun dem echten Tafelsilber an den Kragen.
Wer die Entwicklung verkauft, opfert die Zukunft
Nach Informationen der Automobilwoche will VW bereits 2026 den Großteil der Ingenieurgesellschaft IAV abstoßen. Fast zeitgleich berichtet Bloomberg, dass auch Anteile am Nutzfahrzeug-Riesen Traton – zu dem Schwergewichte wie MAN und Scania gehören – versilbert werden sollen. VW hält Anteile an über 2.000 Unternehmen. Das wirkt wie eine schnelle Einnahmequelle, ist auf lange Sicht aber gefährlicher Unsinn.
Ich frage mich ernsthaft: Was soll dieser Ausverkauf bringen? IAV ist kein bedeutungsloser Zulieferer, sondern das technische Rückgrat bei Motor- und Software-Entwicklungen. Wer hier aussteigt, verlagert Kernkompetenzen nach außen und macht sich nur noch abhängiger. Das ist reine Bilanzkosmetik, um kurzfristig frisches Geld in die Kasse zu spülen.
Milliarden für Aktionäre statt Rettung für E-Autos
Das Schema ist bekannt und hochgradig riskant. Statt die verkrusteten Strukturen, die kriselnde Software-Sparte Cariad und die viel zu teure E-Auto-Produktion anzupacken, verbrennt das Management lieber Substanz. Wir erleben hier das Melken des Konzerns für schnelle Renditen.
Wenn das Geld aus den Beteiligungsverkäufen am Ende nicht centgenau in die eigene Transformation fließt, sondern in Dividenden für Aktionäre versickert, reitet Oliver Blume den Giganten nur noch schneller in die Krise. Schnelle Millionen lösen kein einziges Problem im Kerngeschäft.
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