Volkswagen erwägt 4 Werksschließungen: Was vom deutschen Autoriesen übrig bleibt

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Quelle: Volkswagen AG
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Volkswagen-Chef Oliver Blume hat dem Aufsichtsrat offenbar eine Liste vorgelegt, die das Ende der deutschen Autoproduktion in ihrer gewohnten Form besiegelt. Wenn man die Pläne konsequent weiterverfolgt, bleiben langfristig nur noch Wolfsburg und Ingolstadt als echte Fertigungszentren auf der Landkarte übrig. Für die Standorte in Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm sieht die neue Strategie schlicht keine Zukunft vor. Sobald die aktuellen Modelle wie der ID.Buzz, der ID.7 oder der Audi A6 ihren Lebenszyklus beendet haben, wird die Produktion dort nicht mehr neu belegt. Das Unternehmen rechnet für die kommenden Jahre nicht mit Verkaufszahlen, die den Betrieb dieser vier Fabriken wirtschaftlich rechtfertigen würden.

Hinter den Werkstoren in Niedersachsen, Sachsen und Baden-Württemberg bangen rund 40.000 Menschen um ihren Arbeitsplatz. Blume versucht zwar, mit Szenarien wie der Auftragsfertigung für chinesische Partner oder dem Verkauf von Hallen an die Rüstungsindustrie zu beruhigen, doch die Richtung ist unmissverständlich. Bis 2030 sollen ohnehin bereits 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Jetzt kommen weitere drastische Sparmaßnahmen bei den Verwaltungskosten hinzu. Elf Milliarden Euro will der Konzern in diesem Bereich einsparen, während gleichzeitig die Führungsetagen ausgedünnt werden. Manager sollen künftig deutlich größere Teams verantworten, damit die Hierarchien im Unternehmen flacher werden.

Gleichzeitig schrumpft das Angebot für die Kunden spürbar zusammen. Wer heute durch die Preislisten der Konzernmarken blättert, findet rund 150 verschiedene Modelle. Davon soll über ein Drittel komplett verschwinden. Das Ziel ist eine Flotte von weniger als 100 Fahrzeugen. Das spart Milliarden an Entwicklungskosten, die Volkswagen dringend für das finanzielle Überleben benötigt. Die Investitionen werden um weitere 30 Milliarden Euro zusammengestrichen. Audi trifft es dabei besonders hart, da dort das Budget von ursprünglich 37 auf etwa 33 Milliarden Euro sinkt. Der Konzern muss sich gesundschrumpfen, um nicht finanziell unter die Räder zu kommen.

Inmitten dieser harten Einschnitte darf die oft kritisierte Softwaretochter Cariad vorerst weitermachen. Die Verträge des Vorstands wurden verlängert, obwohl das Team bereits deutlich verkleinert wurde. Cariad soll die bestehenden Plattformen bis weit in die 2030er-Jahre am Leben erhalten und die letzten Verbrennermodelle mit Software versorgen. Ein dauerhaftes Überleben der Tochtergesellschaft scheint dennoch fraglich. Sobald die letzte Codezeile für die aktuelle Motorengeneration geschrieben ist, steht die Auflösung im Raum. Parallel dazu gibt es Bestrebungen, die Marke Volkswagen rechtlich eigenständig aufzustellen. Das wirkt wie die Vorbereitung auf den Ernstfall, um die Kernmarke im Notfall abspalten zu können, falls die Krise den gesamten Konzern mitzureißen droht.


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