VW Electric Urban Car Family: 150.000 Bestellungen sprengen die Lieferzeiten

CUPRA Raval, Volkswagen ID. Polo, Škoda Epiq und Volkswagen ID. Cross erstmals gemeinsam auf dem Pariser Autosalon
Quelle: Volkswagen AG
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Was sich gerade bei der neuen Einstiegsklasse von Volkswagen abspielt, ist eine ziemliche Ansage. Auf dem Pariser Autosalon feiert die Marke ihre sogenannte „Electric Urban Car Family“ (EUCF) – ein elektrisches Quartett aus VW, Cupra und Skoda. Die harten Zahlen aus den Vorverkäufen zeigen schlicht: Knapp 150.000 Bestellungen liegen nach wenigen Monaten bereits auf dem Tisch. Bezahlbare E-Autos aus Europa treffen offensichtlich exakt den Nerv der Käufer. Doch der riesige Erfolg hat eine überraschend bittere Kehrseite für Endkunden.

Der gigantische Run auf die 25.000-Euro-Klasse

MEB+ Plattform als cleverer Technik-Anker

Seit dem Bestellstart im Frühjahr 2026 scheinen die Server in Wolfsburg kaum noch abzukühlen. Zuerst ging der sportliche Cupra Raval ins Rennen, wenig später folgten die Derivate der Schwestermarken. Es ist kein Geheimnis, dass VW hier massiv auf harte Skaleneffekte drückt. Rund 80 Prozent der Komponenten unter dem Blech sind beim Raval, dem VW ID. Polo, dem VW ID. Cross und dem Skoda Epiq komplett identisch. Alle vier basieren auf der weiterentwickelten MEB+ Architektur. Das bedeutet Frontantrieb, stark standardisierte Technik und ein hoher Gleichteile-Faktor.

Dass Volkswagen Volumensegmente nicht dem Zufall überlässt, zeigt auch der Blick auf die Preisstrategie im höheren Segment, wo man kürzlich mit dem elektrischen Passat-Nachfolger VW ID. 7 ebenfalls extrem aggressiv an der Preisschraube gedreht hat. Um mit den Kleinwagen langfristig profitabel zu werden, müssen pro Jahr gut 400.000 Einheiten der Electric Urban Car Family abgesetzt werden.

Spanien wird zum Epizentrum der Elektromobilität

Produktion in Martorell und Pamplona

Besonders clever agiert der Konzern bei der industriellen Fertigung. Statt die Produktion über ganz Europa zu verstreuen, hat man die iberische Halbinsel zum echten E-Auto-Zentrum umgebaut. Satte zehn Milliarden Euro pumpen die Marke und ihre Partner in den Standort Spanien, was unter anderem auch die PowerCo Batteriezellenfabrik in Sagunto einschließt. Die Kurzheck-Modelle ID. Polo und Raval laufen künftig in Martorell vom Band, während die leicht aufgebockten SUVs ID. Cross und Epiq in Pamplona zusammengeschraubt werden. Das beweist, dass Europa sehr wohl eine wettbewerbsfähige industrielle Basis für elektrische Volumenmodelle aufbauen kann.

Die Lieferzeiten-Falle nervt gewaltig

Asiatische Konkurrenz steht bereits in den Startlöchern

Doch bei all den Jubelmeldungen aus der VW-Presseabteilung gibt es ein Detail, das mich im Alltag extrem nervt: die katastrophalen Lieferzeiten. Wer heute einen VW ID. Polo bestellt, wird aktuell mit Wartezeiten von mindestens acht bis zehn Monaten abgespeist. Das Auto steht faktisch erst Mitte oder Ende 2027 in der heimischen Einfahrt. Noch absurder: In ersten Märkten wurden die Preise für Neubestellungen aufgrund der massiven Nachfrage bereits heimlich nach oben korrigiert.

Dieses riesige Zeitfenster ist ein gefährliches Risiko. Wer nicht fast ein Jahr auf sein Fahrzeug warten kann, schaut sich notgedrungen um. Renault hat mit dem R5 E-Tech zwar ebenfalls alle Hände voll zu tun, liefert aber deutlich zügiger aus. Und wenn die Geduld der Kunden endgültig reißt, greifen sie schlicht zu Herstellern wie Leapmotor oder Geely, die nur darauf warten, die Lücken zu füllen. Wie gefährlich Verzögerungen im unteren Preissegment sind, hat Volkswagen schon beim noch günstigeren Einstiegs-Elektroauto VW ID. Up zu spüren bekommen, das auf 2028 verschoben wurde. Wolfsburg wandelt hier aktuell auf einem extrem schmalen Grat zwischen gigantischem Markterfolg und völlig frustrierten Vorbestellern.

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2 Kommentare

    1. Dann müssen die Arbeiter aber auch mit den deutschen Löhnen bezahlt werden und nicht mit spanischen. Folge: die Autos werden teuer. Wenn du bereit bist. die höheren Preise zu bezahlen. sag VW das. Oder kauf gleich einen ID.3neo, ID.Tiguan oder ID.7. Die werden alle in Deutschland gebaut.

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