VW-Forschung unter Nikolai Ardey: Software und Chips ersetzen den klassischen Hubraum

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Quelle: Volkswagen AG
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Bei Volkswagen entscheidet längst nicht mehr die Pferdestärke über den Erfolg eines neuen Modells. Nikolai Ardey, Chef der Group Innovation, richtet den Konzern seit 2020 radikal auf digitale Architektur und künstliche Intelligenz aus. Der ehemalige Entwickler für Verbrennungsmotoren spricht heute lieber über Rechenleistung als über Einspritzzeiten. Ein zentraler Computer im Fahrzeug übernimmt künftig die Rolle, die früher der mechanische Antrieb innehatte. Rund 500 Experten arbeiten weltweit in Standorten wie dem Silicon Valley oder Tel Aviv an dieser Transformation.

Das Ziel der Wolfsburger Forschung hat sich grundlegend verschoben. Lange Zyklen der Grundlagenforschung weichen einem enormen Tempo. Ardey misst den Erfolg seiner Abteilung an Funktionen, die der Kunde direkt im Auto erlebt. Die Integration eines KI-Chatbots in die ID-Modelle dauerte beispielsweise weniger als ein Jahr. Um mit der Konkurrenz aus China und den USA mitzuhalten, setzt VW auf direkte Software-Entwicklung ohne Umwege über externe Dienstleister. Fehler korrigieren die Teams nun unmittelbar im Austausch zwischen Programmierung und Anwendung.

Ein strategisches Schlüsselfeld bilden dabei eigene Halbleiter und eine zonale Elektronik-Architektur. In China kooperiert Volkswagen bereits mit Horizon Robotics, um eigene Chips für automatisierte Systeme zu entwerfen. Partnerschaften mit Firmen wie Qualcomm oder Rivian ergänzen dieses Netzwerk. Hardware und Software müssen laut Ardey aus einer Hand kommen, um die Komplexität im Griff zu behalten. Das erste Serienauto auf Basis dieser neuen softwaredefinierten Struktur plant der Konzern für das Jahr 2027.

Zusätzlich treibt VW das automatisierte Fahren durch sogenannte End-to-End-Systeme voran. Diese Lösungen verarbeiten Sensordaten direkt zu Fahrentscheidungen und ersetzen starre modulare Aufbauten. In China sind erste Anwendungen dieser Technik bereits zugelassen. Der Druck bleibt hoch, da Software-Riesen die Innovationsgeschwindigkeit massiv steigern. Volkswagen reagiert darauf mit neuen Entwicklungszentren in Berlin und Hefei. Dort verschmelzen klassischer Fahrzeugbau und moderne Informatik zu einer neuen Einheit.


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