VW ID.3 Neo vorgestellt: Mehr Reichweite, echte Tasten und ein komplett neuer Innenraum

VW ID.3 Neo
Quelle: Volkswagen AG
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Volkswagen hat den ID.3 Neo offiziell vorgestellt – und wer erwartet hatte, dass es sich um ein klassisches Facelift handelt, liegt falsch. VW selbst stuft den Aufwand an Cockpit und Mittelkonsole als vergleichbar mit einem vollständigen Generationswechsel ein. Der Name ist dabei kein Zufall: Neo war bereits der Projektname des Konzeptfahrzeugs, aus dem 2019 der erste ID.3 hervorging.

Der Vorverkauf startet am 16. April in Deutschland und vielen europäischen Märkten, die Markteinführung folgt im Juli. Der Einstiegspreis soll unter 34.000 Euro liegen, gebaut wird das Fahrzeug im VW-Werk Zwickau.

Dass der Überarbeitungsdruck real war, zeigt ein Blick in die eigene Vergangenheit: Touchbuttons am Lenkrad, eine unbefriedigende Klimabedienung und Materialanmutungen, die nicht zum Preisniveau passten, zogen den ID.3 von Beginn an Kritik auf sich. Genau diese Punkte hat Volkswagen nun direkt angegangen – nicht als Reaktion auf Kritiker, sondern nach eigenen Angaben auf Basis systematischer Kundenbefragungen.

Das auffälligste Ergebnis dieser Befragungen findet sich im Innenraum. Der Mitteltunnel kehrt zurück – beim Vorgänger bewusst weggelassen und laut VW einer der meistgenannten Kritikpunkte. Er bringt eine gepolsterte Mittelarmlehne, ein Staufach für Tablets bis 13 Zoll und serienmäßiges induktives Laden mit. Soft-Touch-Oberflächen ersetzen Klavierlack, ein physischer Lautstärkeregler ersetzt den ungeliebten Slider. Das Multifunktionslenkrad verfügt wieder über echte haptische Tasten, klar gegliedert in zwei Felder. Das Digital Cockpit wächst auf 10,25 Zoll, das neue Infotainmentsystem „Innovision“ kommt mit einem 12,9-Zoll-Touchdisplay und löst das bisherige „Discover“ ab. Neu ist auch ein integrierter App-Store, über den sich Inhalte aus den Bereichen Audio, Streaming, Parking, Charging und Gaming herunterladen lassen – vergleichbar mit einem Smartphone-Ökosystem. Der VW Connect-Dienst ist künftig zehn Jahre lang ab Erstzulassung kostenfrei an Bord und beinhaltet Funktionen, die bislang dem kostenpflichtigen Paket vorbehalten waren.

Außen folgt das neue Design der Linie „Pure Positive“, die Chefdesigner Andreas Mindt für die gesamte Marke definiert hat. Die Front zeigt schmälere LED-Scheinwerfer, verbunden durch eine breite glasüberbaute Querspange mit optionalem Lichtband und beleuchtetem VW-Logo. Der vielleicht subtilste, aber wirkungsvollste Eingriff: Dach, Heckklappe, Dachkantenspoiler und Windschutzscheibeneinfassung sind nun in Wagenfarbe statt in Schwarz gehalten. Das Auto wirkt dadurch gestreckter und optisch erwachsener – ohne dass die Seitenpartie selbst verändert wurde.

Technisch basiert der ID.3 Neo auf dem MEB+ mit Heckantrieb und dem neu entwickelten Antrieb APP350, der den bisherigen APP310 ablöst. Der Effizienzgewinn schlägt sich direkt in der Reichweite nieder: Die Einstiegsvariante mit 50 kWh (netto) und 125 kW kommt auf bis zu 417 km WLTP, die mittlere Konfiguration mit 58 kWh und 140 kW auf bis zu 494 km. Die Topmotorisierung mit 79-kWh-Akku und 170 kW erreicht bis zu 630 km – ein Wert, der bei VW intern bewusst gesetzt ist: Viele Firmen-Fuhrparkrichtlinien verlangen eine Mindestreichweite von 600 km, wer darunter bleibt, scheidet aus der Auswahl aus. Die kleineren Batterien setzen auf LFP-Zellen aus chinesischer Produktion, die große 79-kWh-Einheit weiterhin auf NMC-Zellen aus Salzgitter.

Beim Laden gilt: Die 50- und 58-kWh-Versionen laden DC-seitig mit bis zu 105 kW, die große Batterie mit bis zu 183 kW. Von zehn auf 80 Prozent sind je nach Variante rund 26 bis 29 Minuten eingeplant. AC-seitig stehen bei allen drei Varianten maximal 11 kW zur Verfügung.

Neu hinzugekommen ist außerdem Vehicle-to-Load: Über einen optionalen Adapter an der Ladebuchse lässt sich das Fahrzeug als externe Stromquelle nutzen – mit bis zu 3,6 kW, genug für E-Bike, Grill oder Campingbedarf. Optional ist auch ein Augmented-Reality-Head-up-Display erhältlich, das Navigationshinweise direkt ins Blickfeld projiziert, inklusive der aktiven Navigation per Apple CarPlay oder Android Auto.

Zum Start gibt es drei Ausstattungslinien: Trend, Life und Style. Bereits die Basislinie Trend umfasst Sprachsteuerung Ida mit ChatGPT-Integration, schlüsselloses Starten, Klimaautomatik, ACC, Spurhalteassistent und Zehn-Farben-Ambientebeleuchtung. LED-Matrix-Scheinwerfer, 30-Farben-Ambiente, Sitz- und Lenkradheizung sowie Navigationsfunktion bleiben der Style-Linie vorbehalten. Progressivlenkung und adaptives Fahrwerk DCC sind für Style als Sonderausstattung erhältlich.

Der Kofferraum fasst unverändert 385 Liter, umgeklappt 1.267 Liter. Einen Anhänger darf der ID.3 Neo weiterhin nicht ziehen.


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