VW räumt Fehler ein: ID.3 Neo und neues Elektro-Lineup sollen echte Volkswagen werden

Volkswagen macht dieser Tage ungewöhnlich offene Aussagen. Thomas Schäfer, Chef der VW-Pkw-Marke, räumte auf einer Medienveranstaltung in Hamburg ein, dass ID.3 und ID.4 das Wesentliche der Marke verfehlt haben. Von der Namensgebung über das Exterieur bis hin zum Innenraum seien die aktuellen Elektromodelle keine echten Volkswagen gewesen. Das sei jetzt anders.
Ab nächster Woche zeigt VW, was es damit meint: Der ID.3 Neo feiert seinen offiziellen Debüt und läutet damit einen umfassenden Modellwechsel ein. Parallel dazu stellt Volkswagen auch seine Namenssystematik um – statt Zahlen gibt es künftig klare Modellnamen. Aus dem ID.4 wird der ID. Tiguan, dazu kommen der ID. Polo, der ID. Cross als elektrisches Pendant zum T-Cross sowie ein ID. Polo GTI. Den Auftakt macht noch in diesem Monat das ID. Polo, das auf dem ID. 2all-Konzept basiert.
Den Anstoß für den Kurswechsel gaben direkte Rückmeldungen aus Kundenbefragungen. Schäfer und Entwicklungschef Kai Grünitz werteten das Feedback systematisch aus und nahmen die Ergebnisse ernst – auch wenn die Konsequenzen auf den ersten Blick banal wirken. Physische Klimabedienknöpfe und echte Türgriffe an der Außenhülle klingen nach Kleinigkeiten, sind aber genau das, was Kunden zurückforderten. Schäfer bringt es auf den Punkt: Was die Fahrer wollen, kommt zurück – reale Bedienelemente, verständliche Bedienbarkeit und Namen, die man sich merken kann.
Spy-Aufnahmen des ID. Tiguan zeigen bereits die neue Designrichtung: mehr klassisches SUV-Profil, eckigere Front, optisch näher am bekannten Tiguan als an den bisherigen ID-Modellen. Designchef Andreas Mindt spricht von einer neuen Stilsprache als Geheimzutat des Relaunchs.
Auf dem Papier läuft es in Europa bereits besser: Im ersten Quartal 2026 steigerte VW seine Elektroverkäufe auf dem Kontinent um 12 Prozent, mit dem ID.4/ID.5 als meistverkauftem Modell der Gruppe. Das globale Bild bleibt dagegen trüb – in China brachen die Elektroauslieferungen um 64 Prozent ein, in den USA sogar um 80 Prozent. Und für den US-Markt gibt es noch eine weitere schlechte Nachricht: Die ID.4-Produktion im Werk Chattanooga läuft noch diesen Monat aus. Ob und wann der ID. Tiguan seinen Weg in die USA findet, hat VW bislang nicht kommuniziert.
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