Xiaomi SU9 Lux: Luxus-Angriff auf BMW und Mercedes

Xiaomi SU7
Quelle: Xiaomi
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Ich habe die Modellstrategie von Xiaomi seit dem ersten Tag auf dem Schirm, doch dieser jüngste Schachzug beendet endgültig alle Spekulationen um günstige Volks-Stromer. Wer dachte, die Chinesen ruhen sich auf sportlichen Mittelklasse-Rennern aus, hat die Ambitionen aus Peking unterschätzt. Mit dem frisch gesicherten Modellnamen SU9 Lux zielt Xiaomi ohne Umwege auf die Chefetagen und attackiert das lukrativste Revier der deutschen Autobauer.

Tarnung gelüftet: Aus dem SU7L wird ein eigenes Flaggschiff

Vor wenigen Wochen sorgten erste Bilder eines getarnten Prototyps für reichlich Gesprächsstoff in der Branche. Die Karosserie wirkte wie ein gestreckter SU7, weshalb viele Beobachter vorschnell von einer reinen Langversion namens SU7L für den chinesischen Chauffeursmarkt ausgingen. Die Realität aus den Markenregistern straft diese Annahme nun Lügen. Der Hersteller hat sich offiziell die Bezeichnung SU9 Lux schützen lassen und befördert den verlängerten Stromer damit in den Rang einer eigenständigen Luxus-Baureihe.

Die Marke hat in China bereits das vorläufige Prüfungsverfahren durchlaufen. Die gesetzliche Einspruchsfrist lief vom 7. Juni bis zum 6. September 2026 – rechtlich ist der Weg für Xiaomi damit frei. Hinter der Bezeichnung Lux steckt kein kosmetisches Ausstattungspaket mit weicheren Lederpolstern. Xiaomi positioniert den Wagen gezielt im Segment der automobilen Flaggschiffe, um zahlungskräftige Kunden direkt beim Erstkontakt abzuholen.

Schon die reguläre Limousine SU7 misst knapp fünf Meter in der Länge und bringt es auf glatte drei Meter Radstand. Für den SU9 Lux bedeutet das noch mehr Beinfreiheit im Fond, um den extrem anspruchsvollen Ansprüchen im Chauffeursbetrieb gerecht zu werden. Genau dort entscheidet sich, ob Geschäftsleute von etablierten Marken abwandern.

Der Schritt nach oben passt nahtlos ins Bild. Vor wenigen Monaten erteilte die Führungsetage allen Billig-Träumen eine Absage, als Xiaomi-Chef Lei Jun dem billigen E-Auto eine klare Absage erteilte und Kleinwagen für 12.500 Euro als unrentabel und unpassend für die Markenidentität einstufte. Xiaomi will Rendite sehen und modernste Technik demonstrieren. Ein echtes Luxus-Schlachtschiff ist die logische Konsequenz.

Jagd auf BMW i5 und Mercedes: Technik allein reicht nicht mehr

Bislang mischte Xiaomi mit dem Erstling SU7 und dem SUV YU7 vor allem die gehobene Mittelklasse auf. Doch im Segment jenseits der 80.000 Euro gelten andere Gesetze. Dort warten Schwergewichte wie der BMW i5, der luxuriöse BMW i7 oder die elektrische Mercedes-Benz E-Klasse auf den Newcomer.

In dieser Liga entscheidet nicht mehr nur die bloße Beschleunigung auf der Geraden. Wer den Zusatz Lux im Namen trägt, muss bei Geräuschdämmung, Fahrwerkskomfort und Materialverarbeitung im Innenraum absolut fehlerfrei abliefern. Dass die Chinesen profitable Margen erwirtschaften können, bewies bereits der Erfolg des elektrischen SUV-Modells YU7 auf dem Heimatmarkt. Ob vermögende Kunden jedoch ihr Vertrauen von Stuttgart oder München nach Peking verlagern, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Die 800-Volt-Architektur des SU7 sorgt bereits für rasante Ladezeiten, doch für den SU9 Lux dürften noch größere Batteriepakete und optimierte Antriebe fällig werden. Höheres Fahrzeuggewicht und opulenter Fond-Komfort fordern ihren Tribut bei der Reichweite.

Der wahre Trumpf von Xiaomi liegt allerdings im Innenraum. Während sich traditionelle Autobauer noch immer mit trägen Menüs und fragmentierten Betriebssystemen herumschlagen, serviert Xiaomi ein nahtloses Software-Ökosystem aus eigener Entwicklung. Im Luxussegment von heute zählt neben feinstem Leder vor allem verzögerungsfreie Rechenpower.

Modelloffensive rollt an: Deutschland-Start für 2027 fixiert

Das Tempo, das Xiaomi vorlegt, ist schwindelerregend. Sollte der SU9 Lux im kommenden Jahr debütieren, präsentiert der Konzern im vierten Jahr in Folge neue Fahrzeuglinien. Nach den reinen Stromern SU7 und YU7 folgten im laufenden Jahr die neuen Sky-Nomad-Modelle mit Range Extender, die mit den Typen SkyNomad N70 und SkyNomad N90 Reichweitenängste über Bord werfen.

Für Autofahrer in Europa wird es nun konkret: In der zweiten Jahreshälfte 2027 startet der offizielle Verkauf auf den europäischen Märkten. Xiaomi überlässt den Markteintritt keineswegs dem Zufall, wie die Verträge mit mehreren großen deutschen Händlergruppen beweisen. Schwergewichte wie die Emil Frey Gruppe Deutschland sichern den Vertrieb und den Werkstattservice vor Ort ab.

Ob der SU9 Lux sofort zum Marktstart über deutsche Straßen rollt, bleibt abzuwarten. Den Anfang macht vorerst der Marktstart des Xiaomi SU7 in Deutschland, der vor allem sportlich orientierte Fahrer ins Visier nimmt. Doch der SU9 Lux steht als Prestige-Speerspitze bereit. Während in Deutschland das Netz bereits geknüpft wird, schaut die Schweiz vorerst in die Röhre: Trotz der Vereinbarungen mit Emil Frey in Deutschland gibt es für Eidgenossen bislang keine bestätigten Importpläne.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert