Amazon-Tablets: Google Play Store beendet die Fire-Ära

Amazon Alexa Tablet
Quelle: Amazon
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Die Fire-Tablets wurden über Jahre meist aus genau einem Grund aus den Händen gelegt: Das kastrierte App-Angebot. Wer nicht basteln wollte, war im geschlossenen Ökosystem gefangen. Umso bemerkenswerter ist der Strategiewechsel, den der Konzern jetzt vollzieht.

Die altbekannte Fire-Sparte wird komplett beerdigt und durch das Alexa Tablet 8, Alexa Tablet 11 sowie das Flaggschiff Alexa Tablet 12 Pro ersetzt. Der eigentliche Paukenschlag findet jedoch unter der Haube statt: Amazon liefert die neue Hardware ab Werk mit dem vollen Google Play Store aus.

Google Play Store beendet den jahrelangen App-Kompromiss

Die Entscheidung, den eigenen Appstore aufzugeben und offiziell Google Play Store samt allen Google-Diensten wie YouTube, Gmail und Google Docs zu integrieren, verändert das Kräfteverhältnis im Tablet-Markt grundlegend. Bisher scheiterte die breite Alltagstauglichkeit der Hardware an künstlichen Hürden. Dass Amazons bisheriges geschlossenes Ökosystem auf strikte Barrieren setzte, verärgerte schlichtweg Nutzer, die Standard-Apps ohne Sideloading installieren wollten.

Der Wechsel auf eine uneingeschränkte Android-Erfahrung behebt diese Altlast auf einen Schlag. Schaut man zurück auf frühere Jahre, in denen ein Android-Fork ohne Play-Store-Zugang als Basis diente, wirkt der Schritt wie eine lange überfällige Korrektur. Parallel zieht die Verarbeitungsqualität spürbar an: Sämtliche Modelle setzen auf ein Gehäuse aus Aluminium und schnellere Systemprozessoren. Das billige Plastik-Image der Vorgänger gehört damit endgültig der Vergangenheit an.

Alexa Plus und Nanomatte zielen auf den Business-Sektor

Beim Funktionsumfang setzt der Hersteller verstärkt auf generative KI. Die Sprachassistenz arbeitet als Alexa Plus tief im System und verarbeitet Bildschirmkontexte per On-Screen Intelligence. Damit lassen sich Fragen zu aktuell angezeigten Rezepten oder Wanderrouten stellen, ohne manuell suchen zu müssen. Ergänzend erlauben Live Sessions flüssige Dialoge ohne erneutes Aufsagen des Signalworts. Wie drängend der Konzern seine KI-Strategie vorantreibt, zeichnete sich bereits bei früheren KI-Versuchen beim Fire HD 8 ab. Nun folgt die nahtlose Integration in die Benutzeroberfläche.

Die Speerspitze der neuen Modellreihe bildet das Alexa Tablet 12 Pro. Es besitzt ein 12 Zoll großes Panel mit 120 Hertz Bildwiederholrate und ist optional mit einer entspiegelten Nanomatte-Oberfläche erhältlich. Das Schreiben mit dem passenden Stift soll sich dadurch wie auf Papier anfühlen. Zusammen mit einer andockbaren Tastatur will der Online-Riese produktive Arbeitsumgebungen erobern. Allerdings bleibt abzuwarten, wann Stift und Tastatur hierzulande starten, da das Zubehör auf der offiziellen deutschen Amazon-Seite noch nicht gelistet ist.

Einstiegspreis täuscht: Upgrades kosten kräftig Aufpreis

Die Neuausrichtung schlägt sich naturgemäß in den Verkaufspreisen nieder. Der Deutschlandstart ist für den 19. Oktober 2026 angesetzt. Das Einstiegsmodell Alexa Tablet 8 kostet ab 229,99 Euro, für das Alexa Tablet 11 werden mindestens 329,99 Euro fällig. Das Topmodell Alexa Tablet 12 Pro startet bei 499,99 Euro.

Kaufinteressierte sollten das Kleingedruckte jedoch genau prüfen. Wer ein werbefreies System ohne Sperrbildschirm-Anzeigen, mehr Speicherplatz oder das matte Display möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Trotz der Aufpreis-Politik steht fest: Amazon verlässt die Budget-Nische und tritt erstmals als vollwertige Konkurrenz zu den etablierten Modellreihen von Samsung und Apple an.

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