BMW im E-Auto-Rausch: Rekorde in Europa, doch in China brennt die Hütte

dynamische Frontansicht des BMW i3 M60 xDrive
Quelle: BMW
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

BMW hat im dritten Quartal 2026 weltweit 110.257 reine Elektroautos (BEV) ausgeliefert – ein solides Plus von 7,2 Prozent. Während die deutsche Konkurrenz bei den Stromern den Rückwärtsgang einlegt, zieht München das Tempo weiter an.

Für mich ist das auf den ersten Blick eine echte Ansage an die Branche. Doch die offizielle Quartalsbilanz offenbart eine verdammt tiefe Spaltung, die dem Vorstand noch schlaflose Nächte bereiten dürfte.

Europa dreht völlig frei: Jeder dritte BMW fährt elektrisch

Der eigentliche Boom tobt direkt vor unserer Haustür. In Europa schossen die BEV-Auslieferungen der Münchner im dritten Quartal um satte 37,5 Prozent auf 81.941 Fahrzeuge nach oben.

Im deutschen Heimatmarkt kletterte das Wachstum sogar auf 38,5 Prozent. Rechnet man das auf das europäische Gesamtvolumen herunter, war im abgelaufenen Quartal mehr als jedes dritte ausgelieferte Modell (34,7 Prozent) ein reiner Stromer. Die Kundschaft greift also längst massenhaft zum Stecker.

Als absoluter Goldesel erweist sich dabei der neue iX3, der innerhalb von zwölf Monaten allein in Europa über 100.000 Bestellungen eingesammelt hat. Dass der Wagen so einschlägt, überrascht mich trotz des selbstbewussten Preisschilds kaum: Wie teuer der Einstieg im Alltag tatsächlich wird, zeigt der Blick auf den BMW iX3 auf der Neuen Klasse. Dass die Effizienz im Gegenzug aber überragend ausfällt, bewies schon der Praxistrip, bei dem der BMW iX3 739 Kilometer ohne Ladehalt durchzog.

China-Debakel: 24,8 Prozent Absturz bedrohen das Fundament

So glänzend die Zahlen in Europa aussehen: Auf dem wichtigsten Einzelmarkt der Welt brennt lichterloh der Baum. In China sackte der Absatz von BMW und MINI im dritten Quartal um drastische 24,8 Prozent auf nur noch 114.355 Autos ab.

Über die ersten neun Monate gerechnet steht die Kernmarke BMW im Reich der Mitte mit satten 21,2 Prozent im Minus. Das ist kein kleiner Dämpfer mehr, das ist in meinen Augen schlicht ein handfestes Debakel.

Der ruinöse Preiskampf heimischer Tech-Riesen wie BYD frisst die Marktanteile der Münchner gnadenlos auf. BMW hat hier schlicht zu lange getrödelt: Die maßgeschneiderte Langversion des iX3 startet in China erst im November. Bis die neuen Bänder anlaufen, blutet das lukrative Asiengeschäft weiter aus.

USA stützen das Geschäft – doch das Gesamtvolumen wackelt

Immerhin hält Nordamerika dagegen und fängt einen Teil der Schläge ab. In den USA steigerte die Marke BMW ihren Absatz im Quartal um 2,5 Prozent auf 106.741 Einheiten, getragen vor allem von den traditionell beliebten X-SUVs (per September: 307.402 Fahrzeuge, +3,4 Prozent).

Trotzdem steht unter dem Strich ein globaler Dämpfer. Weltweit ging der Gesamtabsatz der BMW Group im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf 551.072 Fahrzeuge zurück. Auch die sportliche Tochter BMW M GmbH (-6,3 Prozent) und Luxusmarke Rolls-Royce (-18,0 Prozent) mussten im Quartal Federn lassen.

BMW rettet sich derzeit mit seiner flexiblen Produktion über die Runden, weil Verbrenner und E-Autos über dieselben Bänder laufen. Doch wenn demnächst mit dem BMW i3 auf der Neuen Klasse die elektrische Volumenlimousine antritt, reicht europäischer Rückenwind allein nicht mehr aus. Wenn München in China nicht schleunigst die Kurve kriegt, wird das neue Zeitalter verdammt ungemütlich.

Glaubt ihr, BMW kann den Karren in China mit der Neuen Klasse noch herumreißen, oder ist der Zug gegen BYD und Co. längst abgefahren?

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert