BYD bringt eigenen KI-Chip ab 2027 in Denza-Modelle – Angriff auf Nvidia und Qualcomm

BYD Flash Charging-Station mit silbernem BYD E-Auto
Quelle: BYD
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BYD will ab 2027 erstmals ein Serienfahrzeug der Premiummarke Denza mit dem selbst entwickelten KI-Chip Xuanji A3 ausstatten. Der Schritt reduziert die Abhängigkeit von externen Zulieferern und könnte Entwicklungskosten sowie Software-Optimierung langfristig deutlich verbessern. Gleichzeitig zeigt der Zeitplan, wie komplex die Entwicklung leistungsfähiger ADAS-Hardware trotz eigener Halbleiterkompetenz bleibt.

Eigener Chip soll autonomes Fahren beschleunigen

Der Xuanji A3 wurde Ende Mai vorgestellt und basiert auf einem 4-Nanometer-Prozess. Laut BYD erreicht ein einzelner Chip mehr als 700 TOPS Rechenleistung, drei gekoppelte Prozessoren sollen über 2.100 TOPS liefern – ausreichend für Fahrfunktionen der Automatisierungsstufen L3 und perspektivisch L4.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • 4-nm-Fertigungsverfahren
  • Über 700 TOPS pro Chip
  • Mehr als 2.100 TOPS mit drei Chips
  • Rund 20 Prozent geringerer Energieverbrauch pro Recheneinheit
  • Bis zu 100 Prozent höhere Chipauslastung durch BYDs eigene Softwareoptimierung
  • Erste Serienintegration in Denza-Fahrzeugen für 2027 geplant

Der genannte Zeitplan wirkt plausibel. Zwischen dem sogenannten Tape-out eines Chips und dem Serieneinsatz im Fahrzeug liegen branchenüblich mindestens zwölf Monate, da Hardware, Algorithmen und die komplette Fahrzeugintegration separat validiert werden müssen.

Mehr als ein Hardware-Projekt

BYD entwickelt bereits seit über 20 Jahren eigene Halbleiter. Aus der 2002 gegründeten Chip-Abteilung entstand BYD Semiconductor, heute verfügt der Konzern über mehr als 7.000 Chipentwickler, vier Forschungsstandorte und fünf Wafer-Fabriken. Die Investitionen in den Halbleiterbereich überschreiten inzwischen 100 Milliarden Yuan.

Der entscheidende Unterschied zu Leistungshalbleitern liegt jedoch in der Komplexität moderner Fahrerassistenzsysteme. ADAS-Chips müssen permanent mit Sensorik, KI-Modellen, Fahrzeugsoftware und der gesamten Elektronikarchitektur abgestimmt werden. Genau deshalb hat BYD seine Teams für autonomes Fahren, Cockpit-Software und Domänensteuergeräte in einem gemeinsamen Technologieinstitut gebündelt.

Und was macht die Konkurrenz?

BYD orientiert sich erkennbar an der Strategie von Apple oder Google: Wer Hardware und Software selbst entwickelt, kontrolliert den Produktzyklus und kann Funktionen schneller ausrollen. Für Elektroautos wird diese Kontrolle zunehmend wichtiger als reine Motorleistung oder Akkukapazität.

Für Zulieferer wie Nvidia oder Qualcomm wächst der Druck. Gleichzeitig reiht sich BYD in eine neue Generation chinesischer Hersteller ein: Auch Nio, Xpeng und Li Auto entwickeln inzwischen eigene KI-Chips. Der Wettbewerb verschiebt sich damit von Batterien und Reichweite hin zur Rechenplattform des Fahrzeugs.

Die offene Frage bleibt weniger die Chipentwicklung als deren Alltagstauglichkeit. Hohe TOPS-Werte sind ein Marketingargument – entscheidend wird sein, ob BYD die versprochene Softwarequalität und Zuverlässigkeit im realen Straßenverkehr liefern kann.


Quelle: Cnevpost

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