Fairphone 6+: 100 Euro Aufpreis für zu wenig Mehrwert

Fairphone verpasst dem eigenen Flaggschiff ein kleines Hardware-Refresh, verlangt dafür aber einen ordentlichen Obolus. Das neu geleakte Fairphone 6+ bringt zwar mehr Arbeitsspeicher und einen frischeren Chip, lässt echte Innovationen aber komplett vermissen. Dank ausführlicher Leaks von Dealabs und Nieuwe Mobiel stehen Daten, Renderbilder und Europapreise bereits vor der offiziellen Ankündigung fest.
Für 649 Euro soll das modulare Smartphone auf den Markt kommen – exakt 100 Euro mehr als das Standardmodell ohne Plus-Zusatz. Dafür schraubt der Hersteller an zwei Stellen: Es gibt nun 12 GB LPDDR5 RAM statt der bisherigen 8 GB sowie den Snapdragon 7s Gen 4. Ob dieser Leistungssprung im mobilen Alltag wirklich spürbar ist? Ich wage es stark zu bezweifeln.
Mehr Arbeitsspeicher als echtes Zukunftsversprechen?
Der Upgrade auf 12 GB RAM ist in Kombination mit dem ab Werk installierten Android 16 immerhin ein solider Puffer für kommende KI-Anwendungen und Multitasking. Der verbaute Snapdragon 7s Gen 4 ist jedoch kein Performance-Monster, sondern bleibt ein klassischer Mittelklasse-SoC, der vor allem auf Energieeffizienz getrimmt ist. Positiv: Der 256 GB UFS 3.1 Speicher lässt sich weiterhin per microSD-Karte erweitern.

Beim Bildschirm ändert sich nichts: Das 6,31 Zoll P-OLED LTPO-Display bietet weiterhin adaptive 10 bis 120 Hz unter bruchsicherem Gorilla Glass 7i. Auch der Akku fasst unverändert 4.415 mAh und bleibt wie gewohnt ohne Werkzeug wechselbar.
Alte Schwächen bleiben unverändert bestehen
Bei den Kameras übernimmt Fairphone das Setup des Vorgängers rund um den 50-MP-Hauptsensor (Lytia 700C mit OIS) und das 13-MP-Ultraweitwinkel. Enttäuschend ist hingegen die Schnittstelle: Der USB-C-Anschluss ist intern weiterhin nur per USB 2.0 angebunden. Bei einem Smartphone für 650 Euro schnelle Datenübertragungen zu verhindern, ist im Jahr 2026 einfach unverständlich.
Neue Akzente setzen lediglich die Gehäusefarben Cobalt Blue, Horizon Black und Forest Green sowie Zubehör wie ein Kartenhalter oder ein Schutzcase mit Finger Loop. Wer bereits ein Fairphone 6 nutzt, kann sich das Upgrade getrost sparen. Für Neukunden ist das Plus-Modell zwar ein solides Paket, der Aufpreis von 100 Euro hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack.
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