Samsung One UI 9 Beta 2: Galaxy S24 bekommt vier neue KI-Funktionen

Samsungs zweite One UI 9 Beta für das Galaxy S24 hat es in sich. Das Update wirkt mit rund 600,90 MB zunächst nicht gerade spektakulär, bringt aber gleich vier neue Galaxy-AI-Funktionen auf die 2024er-Flaggschiffe: Call Brief, Now Brief Custom Cards, My FanCam und Now Nudge. Genau diese Art von Feature-Transfer macht die Beta interessanter als ihre Downloadgröße vermuten lässt.
Die Galaxy S24-Reihe bekommt damit Software-Funktionen, die Samsung zuletzt mit den neueren Galaxy-Generationen verbunden hat. Das ist für Besitzer des S24, S24+ und S24 Ultra die eigentliche Nachricht. Hardware altert eben nicht automatisch, nur weil Samsung ein neues Topmodell auf den Markt bringt.
Vier KI-Funktionen wandern aufs Galaxy S24
Call Brief dürfte besonders für Menschen interessant sein, die häufiger internationale Anrufe erhalten. Die Funktion ergänzt den Anruferbildschirm um weitere Informationen, darunter die lokale Zeit und Angaben zum jeweiligen Land. Klingt nicht nach einer großen KI-Revolution – muss es aber auch nicht. Gerade kleine Informationen direkt im richtigen Moment sind oft nützlicher als die nächste spektakuläre Demo.
Noch interessanter wird es bei Now Brief. Samsung erweitert die persönliche Übersicht mit sogenannten Custom Cards, die den Dienst stärker an die eigenen Interessen anpassen lassen. Dazu gehören je nach System und verfügbarer Funktion unterschiedliche Inhalte und Empfehlungen. Schon deshalb ist die Erweiterung relevanter als ein weiteres dekoratives Element in der Oberfläche.
Wer die Entwicklung von One UI 9 beim S24 verfolgt hat, bekommt mit dem startenden One-UI-9-Beta-Programm für das Galaxy S24 den passenden Kontext dazu. Samsung hat die 2024er-Reihe zunächst auffällig zögerlich behandelt, zieht sie jetzt aber sichtbar in die laufende Testphase hinein.
My FanCam kommt ebenfalls auf das Galaxy S24. Die Funktion ist nicht nur für Influencer interessant. Wer ein bereits aufgenommenes Video hat, kann ein bewegtes Motiv auswählen, das anschließend über den Clip hinweg verfolgt und passend im Bild gehalten wird. Am Ende entsteht daraus ein neu gerahmtes Video. Das spart Nacharbeit und zeigt zugleich, wohin Samsung seine KI im mobilen Alltag drückt: weg vom reinen Chatbot und hin zu automatisierten Bearbeitungsschritten.
Dann wäre da noch Now Nudge. Samsung beschreibt die Funktion als kontextbezogene Unterstützung, die aus dem aktuellen Bildschirm und dem Nutzungskontext passende nächste Aktionen ableitet. Genau hier wird es spannend, denn Now Nudge soll nicht einfach einen weiteren Menüpunkt liefern, sondern Eingaben reduzieren. Das ist zumindest die Idee dahinter.
Für ältere Samsung-Geräte ist das ein ziemlich klares Signal. Die KI-Funktionen werden nicht mehr nur über das neue Gerät verkauft, sondern können teilweise per Software nachgereicht werden.
Beta 2 zeigt Samsungs neue Update-Linie
Die zweite Beta trägt einen Build mit der Endung ZZI4 und bringt den August-2026-Sicherheitspatch mit. Zusätzlich zu den neuen KI-Funktionen nennt der Changelog Korrekturen für Bixby-Vision-Übersetzungen, Probleme mit spontanen Abstürzen der Kontakte-App sowie Verbesserungen beim Weißabgleich, wenn die Farboptimierung ein- oder ausgeschaltet wird.
Das klingt nach klassischer Beta-Pflege. Der eigentliche Mehrwert steckt trotzdem in den vier neuen AI-Bausteinen. Samsung nutzt die Testphase offenbar, um Funktionen zwischen verschiedenen Galaxy-Generationen weiterzureichen – und genau das dürfte bei Besitzern älterer Flaggschiffe besser ankommen als irgendeine neue Animation im Menü.
Dabei sollte man allerdings nicht in die typische Update-Falle laufen. Eine Beta ist keine stabile Freigabe. Funktionen können sich noch verändern, regional unterschiedlich verfügbar sein oder später anders ausgerollt werden. Gerade bei Galaxy AI ist die Verfügbarkeit ohnehin nicht für jedes Modell, jede Region und jede Sprache identisch.
Auch der Blick auf Samsungs größere One-UI-9-Strategie passt dazu: One UI 9 bringt neue Galaxy-AI-Funktionen auf weitere Galaxy-Modelle, statt diese komplett als Verkaufsargument für die neueste Gerätegeneration zurückzuhalten. Für Samsung ist das clever – Nutzerbindung durch Software ist am Ende deutlich günstiger, als Kunden mit jeder Funktion zum Neukauf zu zwingen.
Das S24 bekommt mehr, aber nicht automatisch alles
Genau hier liegt die Kehrseite. Vier neue Funktionen klingen stark, bedeuten aber nicht, dass das Galaxy S24 plötzlich auf dem gleichen Softwarestand wie die aktuellsten Samsung-Geräte landet. Samsung verteilt neue Funktionen weiterhin nach Modell, Region und teilweise nach konkreter Softwareversion.
Trotzdem ist die Richtung bemerkenswert. Ein Smartphone aus dem Jahr 2024 erhält mit Call Brief, Custom Cards, My FanCam und Now Nudge Funktionen, die ursprünglich enger an neuere Galaxy-Geräte gekoppelt waren. Das macht One UI 9 für das S24 deutlich interessanter als ein gewöhnliches Android-17-Update mit neuem Design und ein paar Menüänderungen.
Noch ist das Ganze eine Beta. Genau deshalb sollte man die Euphorie im Zaum halten. Aber die Botschaft an S24-Besitzer ist klar: Samsung lässt das alte Flaggschiff softwareseitig nicht einfach stehen.
Und genau das ist bei einem fast zweieinhalb Jahre alten Premium-Smartphone die wichtigste Nachricht.
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