Green NCAP Umwelttest: Kia EV4 siegt, Renault Clio verblüfft

KIA EV4 Earth Launch Edition
Quelle: Kia
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Die neuesten Messergebnisse von Green NCAP demaskieren gängige Mythen der Verkehrswende. Während der Kia EV4 mit fünf Sternen und 90 Prozent Gesamtwertung die Effizienz-Krone übernimmt, sorgt ein klassischer Verbrenner für das eigentliche Ausrufezeichen. Der Renault Clio TCe 115 erzielt ohne jede Elektrifizierung starke 62 Prozent und lässt damit sogar komplexe Vollhybride hinter sich.

Elektro-Spitze: Kia EV4 und Mazda 6e dominieren

Der südkoreanische Kia EV4 sichert sich mit seiner 81,4-kWh-Batterie unangefochten den Testsieg. Beim Clean Air Index verbucht der Stromer 9,0 von 10 Punkten, ergänzt durch 8,8 Punkte bei der Energieeffizienz und 8,9 Punkte im Treibhausgas-Rating.

Schon unser Kia EV4 im Test: Effizienter Hatchback mit einem entscheidenden Nachteil bestätigte das Sparpotenzial der Konstruktion. Dass der Stromer nun auch unter den strengen Labor- und Alltagsbedingungen von Green NCAP überzeugt, unterstreicht die Reife der Architektur. Kia beweist erneut, wie effizient sich moderne Elektro-Plattformen im Alltag bewegen lassen.

Dahinter rangiert der Mazda 6e Takumi (190 kW) mit viereinhalb Sternen und 85 Prozent Gesamtwertung (Clean Air 8,7; Energieeffizienz 8,5). Die jüngsten Fortschritte beim Akku, die wir bereits beim Mazda6e 2027: Teure Modellpflege bringt 78-kWh-LFP-Akku beleuchtet haben, zahlen sich in der Umweltbilanz sichtbar aus.

Wie dynamisch Südkorea den Markt bedient, zeigte sich bereits, als der Kia EV3: VW ID.3 unter Druck – und nicht nur wegen des Preises setzte. Der EV4 führt diesen Kurs beim Umwelt-Rating nahtlos fort.

Die Clio-Überraschung: Leichtbau schlägt komplexen Hybrid

Die wichtigste Erkenntnis der Prüfrunde liefert der Renault Clio TCe 115 Techno. Der reine Dreizylinder-Turbobenziner holt ohne Hybrid-Unterstützung Dreieinhalb Sterne und 62 Prozent Gesamtwertung (Clean Air 6,8; Energieeffizienz 7,1).

Der Grund für das Top-Ergebnis liegt auf der Waage: Der Clio wiegt lediglich 1.186 Kilogramm. Das niedrige Gewicht senkt den Verbrauch und reduziert den Abrieb an Bremsen sowie Reifen drastisch. Der MG MG3 1.5 zeigt dagegen die Schattenseiten schlechterer Abgasreinigung: Trotz leichter 1.162 kg reicht es nur für 51 Prozent.

Selbst aufwendige Hybride geraten ins Hintertreffen. Der Renault Symbioz E-Tech Full Hybrid 160 kommt trotz modernem Doppelmotor-System nur auf 64 Prozent (drei Sterne). Der hohe Herstellungsaufwand für Akku und Leistungselektronik schrumpft den realen Umweltvorsprung des Hybrids gegenüber dem leichten Benziner über den gesamten Lebenszyklus auf mickrige zwei Prozentpunkte.

Fertigungsstandort und Rucksack-Emissionen

Green NCAP bewertet die Gesamtemissionen inklusive Produktion und Logistik. Hier offenbaren sich deutliche Schwächen bei Importfahrzeugen und schweren Modellen.

Der Kia K4 1.6 T-GDI erreicht wegen langer Transportwege und eines Testverbrauchs von 5,8 bis 6,3 Litern lediglich 46 Prozent (257 g CO2-Äquivalent/km). Auch der VW Tiguan 2.0 TDI Elegance schneidet mit 48 Prozent mager ab (Clean Air 6,6; Energieeffizienz 5,1). Der hohe Energieeinsatz bei der Fertigung großer SUVs wiegt schlicht zu schwer.

Die Prüfergebnisse verdeutlichen: Elektroantriebe bleiben die Speerspitze für klimafreundliche Mobilität, sofern Batteriegröße und Fahrzeuggewicht im Rahmen bleiben. Gleichzeitig beweist der Renault Clio, dass klassischer Leichtbau eine extrem wirksame und günstige Alternative zur Über-Elektrifizierung darstellt.

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