Quo vadis, Huawei?

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Quo vadis, Huawei? Wo führt der Weg des chinesischen Herstellers hin? Nach dieser Woche ist man vielleicht etwas schlauer. Doch das kann sich natürlich ganz schnell wieder ändern.

In der nächsten Woche will Huawei seine neuen Flaggschiffe Mate 30 und Mate 30 Pro vorstellen. Doch der Release steht unter keinen gutem Stern. Denn erstmals darf man wirklich keine Google-Dienste oder -Apps verwenden. Da bleibt natürlich eine große Lücke.

Während das in China kein Problem für den Hersteller darstellt, dort nutzt man ja eh keine Google-Sachen, dürfte es außerhalb Chinas aber riesige Probleme geben. Denn YouTube, Google Maps und was es da noch so alles gibt, darf man nicht mehr offiziell nutzen.

Was kann man also machen? Android weiter nutzen? Ja, das geht natürlich. Als reine AOSP-Variante ist das Betriebssystem frei von Lizenzen. Darüber wird man aber wohl auch noch wieder EMUI legen. Dann sieht es aus wie immer. Doch es fehlen natürlich eine ganze Reihe wichtiger Apps, eben alles, was man so in westlichen Ländern gewohnt ist.

Wenn Google trotz US-Bann Huawei keine Steine in den Weg legt, dann kann man wenigstens die fehlenden Apps und Dienste nachinstallieren. Wie gesagt, Google darf die Huawei-Geräte dann nicht blockieren, dann geht es. Und dafür müsste eine so einfache Lösung dann gefunden werden, wie es nur geht. Denn die wenigsten User da draußen dürften wissen, wie es funktioniert.

Vielleicht ist da sogar eine Art Kooperation mit Google möglich. Dann beim erstmaligen Starten des Gerätes einfach ein Links zum Download und zur Installation der Google-Dienste und -Apps angezeigt wird.

Auch bei den Laptops wird es Probleme geben. Windows gehört Microsoft, und auch MS darf keine neuen Geräte mit Windows ausstatten. Da bleibt dann wohl nur Linux als Alternative. Und genau damit hat Huawei nun auch begonnen. Die ersten Huawei-Laptops werden nun mit Linux ausgeliefert.

Doch auch hier gibt es natürlich das gleiche Problem wie bei den Smartphones. Welcher unerfahrene Nutzer greift auf Linux zurück? Keiner! Und dann gibt es natürlich noch die ganze Sache mit den Programmen, die nur unter Windows laufen. Auch hier wäre viel Anpassungsarbeit notwendig, die der Normalo-User nicht schaffen dürfte.

Fragen über Fragen, Probleme über Probleme. HarmonyOS soll ja angeblich die eierlegende Wollmichsau sein bzw. werden. Doch bevor das Huawei-eigene OS Android oder Windows auch nur ansatzweise ersetzen kann, vergehen sicherlich noch einige Jahre.

Da kann man also nur hoffen, dass der US-Bann doch schnell vorbei ist. Einen erste echte Möglichkeit bot sich ja bereits dazu. Denn Huawei überlegt, seine 5G-Technologie zu lizenzieren. Derzeit prüft man die Möglichkeit dazu.

Damit kommt man den USA natürlich einen riesigen Schritt entgegen. Vielleicht ist dies auch die einzige Möglichkeit, einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden. Es wäre wohl ein Weg, den man gehen könnte.

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Quo vadis, Huawei? In den nächsten Monaten werde vermutlich Weichen gestellt, die die Technologie-Branche die nächsten Jahre vielleicht komplett umkrempeln werden. Man hofft, dass alle Seiten glimpflich aus der Nummer rauskommen. Doch wenn nicht, dann gibt es keine Gewinner. Dann werden nicht nur viele große bekannte Namen wohl großen Problemen stehen, sondern auch die User werden viele Freiheiten verlieren.

Jörn Schmidt
Über Jörn Schmidt 19757 Artikel
Android-Fan seit 2010, Outdoor- & Skandinavien-Fan, Kino-Freak und derzeitiger User eines Honor View 20 mit Android 9 Pie

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