Škoda Elroq RS: Elektro-SUV schlägt Ferrari – doch nur im PR-Sprint

Frontansicht eines grünen Skoda Elroq vor grünem Hintergrund
Quelle: Škoda Auto Deutschland GmbH
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Škoda inszeniert auf dem britischen Dunsfold Aerodrome eine PR-Show, die gezielt Emotionen schürt: Das neue Elektro-SUV Škoda Elroq RS lässt auf der Klassiker-Distanz von 402,34 Metern drei legendäre Poster-Autos der 80er-Jahre hinter sich. Der Tscheche gewinnt das Beschleunigungsrennen gegen den Ferrari Testarossa, den Lamborghini Countach 25th Anniversary und den Porsche 944 Turbo.

Aus Marketing-Sicht ist das brillant inszeniert. Für mich als kritischen Beobachter zeigt der Sprint aber nur die systembedingten Vorteile moderner Elektroantriebe auf den ersten Metern – und kaschiert gekonnt deren konstruktive Grenzen.

Elektrotechnik entzaubert Schaltgetriebe auf den ersten Metern

Der physikalische Grund für den Triumph des Familien-SUVs liegt im Drehmomentverlauf. Der Škoda Elroq RS stemmt durch seine zwei Elektromotoren und Allradantrieb ab der ersten Umdrehung 545 Nm Drehmoment und 340 PS auf den Asphalt. Das System regelt den Schlupf elektronisch in Millisekunden nach, während der Antrieb ohne jede Zugkraftunterbrechung durchzieht.

Die V12- und V8-Saugmotoren der drei Klassiker benötigen dagegen hohe Drehzahlbänder, um ihre Leistung überhaupt abzurufen. Der Fahrer verliert beim manuellen Sortieren der Gänge und beim Dosieren der Kupplung wertvolle Zehntelsekunden. Auf einer kurzen Viertelmeile reicht dieses Traktions- und Schaltdizit völlig aus, um einen Ferrari Testarossa alt aussehen zu lassen.

Physik auf der Langstrecke: Ab 100 km/h dreht sich das Blatt

Wer aus diesem PR-Stunt ableitet, ein E-SUV sei performanter als ein klassischer Supersportwagen, fällt auf eine geschickte Inszenierung herein. Trotz respektabler 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h stößt der Elroq RS durch das feste Übersetzungverhältnis des E-Motors bei höherem Tempo an seine aerodynamischen und mechanischen Grenzen.

Ab der 100-km/h-Marke übernehmen die Verbrenner das Kommando. Mit Höchstgeschwindigkeiten von 290 km/h beim Testarossa, 303 km/h beim Countach und 261 km/h beim Porsche 944 Turbo marschieren die Klassiker auf längerer Distanz gnadenlos vorbei. Der Sprint auf dem Flugfeld zeigt lediglich eine Momentaufnahme der ersten Meter – nicht mehr und nicht weniger.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert