Stecker gezogen: Warum VW-Fahrer gerade nicht mehr smart mit Solarstrom laden können

Volkswagen verärgert gerade viele Besitzer seiner Elektroautos. Der Autobauer kappte Ende Mai 2026 überraschend die alte Server-Schnittstelle für externe Apps. Smarte Lade-Programme wie EVCC oder Home Assistant verloren dadurch sofort den Zugriff auf die Fahrzeugdaten.
Wer den Akku seines ID.3 oder Audi e-tron bisher automatisch bei Solar-Überschuss laden wollte, steht nun vor einer digitalen Wand. Ohne die Echtzeit-Daten zum Ladestand weiß die heimische Wallbox schlicht nicht, wie viel Strom das Auto benötigt. VW begründet den Schritt mit einer Umstellung auf eine neue Generation von Fahrzeugschnittstellen.
Daten nur noch per ZIP-Archiv
Bisher konntest du deine eigenen Fahrzeugdaten unkompliziert abgreifen. Jetzt bietet VW als offiziellen Ausweg nur noch einen manuellen Datenabruf über eine Webseite an. Die Daten landen dann innerhalb von 24 Stunden als ZIP-Datei in deinem Postfach.
Für eine smarte Ladesteuerung im Sekundentakt ist das völlig unbrauchbar. Es wirkt fast so, als wolle der Konzern die Daten hinter einer Paywall für eigene Dienste verstecken. Nutzer befürchten bereits, dass ein kostenpflichtiges „VW Connect Plus“-Abo bald Pflicht wird.
- Betroffene Marken: VW, Audi, Skoda, Cupra, Bentley.
- Betroffene Software: EVCC, Home Assistant Volkswagen Carnet.
- Die Folge: Kein automatisches PV-Überschussladen mehr möglich.
Bastler suchen Notlösungen gegen die Auto-Riesen
In der Community regt sich heftiger Widerstand. Auf GitHub tüfteln Entwickler bereits an ersten Updates, um die neue Absicherung der VW-Server zu umgehen. Bei einigen Modellen wie dem ID.3 klappt der Login über Umwege wohl schon wieder.
Das Problem mit dem EU Data Act
Eigentlich verpflichtet das europäische Recht die Autohersteller seit September 2025 dazu, Besitzern freien Zugriff auf ihre Daten zu gewähren. BMW zeigt mit dem CarData-Portal, dass ein legaler Export für Endkunden reibungslos funktioniert. VW nutzt hier offenbar eine Gesetzeslücke aus, um das eigene Ökosystem abzuschotten. Die Entwickler von EVCC haben deshalb eine Petition auf Change.org gestartet. Sie fordern einen dauerhaften und kostenlosen Zugang zu den Schnittstellen.
Quelle: heise.de
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