Tesla: Browser bekommt endlich Werbeblocker

Der Report zum Software-Update 2026.32.3 zeigt eine ungewöhnlich praktische Änderung: Tesla hat dem integrierten Browser im Auto einen eingebauten Werbeblocker spendiert. Ein neuer AD-Button oben rechts im Browser-Fenster entfernt Banner, Pop-ups und schwebende Videos, bevor sie überhaupt geladen werden – und zwar auf Netzwerk-Ebene. Genau das, was ältere Fahrzeuge mit Intel-Atom-Hardware (MCU2) schon lange bitter nötig hatten.
Werbeüberladene Seiten haben den schwachen Prozessoren regelmäßig den Garaus gemacht. Tabs ruckelten, der Speicher lief voll, der Browser stürzte ab. Mit dem Blocker laden nur noch der eigentliche Text und die relevanten Medien. Das spart nicht nur Rechenleistung, sondern auch Datenvolumen über Premium Connectivity. Neuere Modelle mit AMD-Ryzen-Chip profitieren ebenfalls, aber der größte Unterschied zeigt sich klar bei den älteren Fahrzeugen.
Kleine Änderung, spürbarer Alltagseffekt
Tesla hat den Werbeblocker nicht laut angekündigt. Er tauchte still im Update 2026.32.3 auf und wurde zuerst von Nutzern entdeckt. Der Button schaltet die Funktion ein oder aus – mehr Einstellungen gibt es vorerst nicht. Keine Whitelist, keine manuelle Blocklist. Einfach an oder aus. Das reicht für den Alltag, wenn man am Supercharger oder im Stand eine Nachrichtenseite öffnen will, ohne von Trackern und Autoplay-Videos belästigt zu werden.
Die Änderung fügt sich in eine Reihe von Browser-Verbesserungen der letzten Monate ein. Bereits im Sommer-Update erhielt der Browser Zugriff auf Kamera und Mikrofon für Videocalls – mit allen bekannten Einschränkungen bei älteren Systemen. Tesla Sommer-Update: Warum das Paket enttäuscht hatte genau diese Hardware-Grenzen schon deutlich gemacht. Der Werbeblocker geht jetzt einen Schritt weiter und räumt die Ressourcen-Fresser direkt aus dem Weg.
Weitere Änderungen im selben Update
Neben dem Ad-Blocker bringt 2026.32.3 noch zwei praktische Anpassungen. Die Rad- und Reifen-Auswahl unter Controls > Service wurde von einer einfachen Dropdown-Liste auf ein visuelles Raster umgestellt. Jede Felge erscheint als farbige Darstellung – einmal nackt, einmal mit Aero-Cover. Dazu kommt die Möglichkeit, die eigene Apple-Music-Bibliothek direkt aus dem Auto zu durchsuchen.
Der Rollout läuft wie üblich schrittweise. Mitte September 2026 lag die Verbreitung bei rund 2,2 Prozent der Flotte. Wer das Update noch nicht hat, findet es unter Controls > Software. Es gibt nichts zu erzwingen – es kommt, wenn es kommt.
Warum das jetzt kommt
Tesla behandelt den Browser seit einiger Zeit ernster. Er ist längst kein reines Notlösungswerkzeug mehr, sondern eine Plattform für Web-Apps und kurze Sessions am Ladeplatz. Dass der Konzern jetzt aktiv gegen Werbeballast vorgeht, ist konsequent. Gerade bei älteren Fahrzeugen bleibt die Rechenleistung knapp. Jeder gesparte Tracker und jedes geblockte Video entlastet den Speicher spürbar.
Gleichzeitig bleibt der Browser weiterhin stark eingeschränkt. Während der Fahrt ist er in vielen Regionen deaktiviert oder stark limitiert. Und die fehlende Whitelist-Funktion bedeutet: Manche Seiten, die auf Werbung angewiesen sind, könnten unvollständig laden. Für den typischen Tesla-Nutzer, der zwischendurch Nachrichten liest oder einen Termin checkt, ist das aber kein Drama.
Die Software-Strategie von Tesla bleibt damit klar: kleine, konkrete Verbesserungen statt großer Ankündigungen. Der Werbeblocker ist eines der wenigen Features, das man im Alltag wirklich merkt – besonders, wenn man noch mit MCU2 unterwegs ist. Ob Tesla später feinere Einstellungen nachlegt, bleibt offen. Vorerst reicht der einfache Schalter.
Wer den Browser ohnehin selten nutzt, wird den Unterschied kaum spüren. Wer ihn aber regelmäßig am Supercharger öffnet, merkt sofort, wie viel ruhiger und schneller Seiten laden. Genau solche unspektakulären, aber nützlichen Änderungen hat das Infotainment lange gebraucht.
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