Googlebooks: Das neue Tablet-Comeback durch die Hintertür

Leak zum kommenden Lenovo Googlebook und möglichen Tablet
Quelle: AndroidHeadlines
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Google verabschiedet sich gefühlt im Jahrestakt von seinen eigenen Tablets, nur um kurz darauf mit einer frischen Strategie um die Ecke zu biegen. Der jüngste Rauswurf des Pixel Tablet aus dem offiziellen Store hinterlässt eine gewohnte Lücke auf dem Markt. Wer die aktuellen Entwicklungen der vergangenen Wochen aufmerksam analysiert, erkennt schnell das gewohnte Schema des Konzerns. Die Tablet-Kategorie ist keineswegs gestorben, sie bekommt schlicht ein neues Label und ein verändertes Konzept verpasst.

Drei Fehlversuche und das ewige Tablet-Dilemma

Wer die Hardware-Geschichte aus Mountain View verfolgt, erlebt ein permanentes Déjà-vu. Mit dem Pixel C startete vor Jahren der erste ernsthafte Versuch eines reinen Android-Tablets, gefolgt vom unglücklichen Ausflug in die ChromeOS-Welt mit dem Pixel Slate. Zuletzt sollte das Pixel Tablet mit seinem mitgelieferten Lautsprecher-Dock die Rettung bringen und als Kombination aus Smart Display und Tablet überzeugen. Die Umsetzung blieb in vielen Bereichen jedoch halbherzig. Dass das Pixel Tablet aus dem Google Store gestrichen wurde, überrascht in der Retrospektive kaum jemanden mehr.

Offiziell hat Google die Entwicklung von Nachfolgern wie einem Pixel Tablet 2 oder Pixel Tablet 3 keineswegs komplett storniert. Die Projekte wurden schlicht auf die lange Bank geschoben, weil der Konzern wieder einmal gemerkt hat, dass klassische Android-Tablets im direkten Konkurrenzkampf mit dem iPad von Apple einen schweren Stand haben. Statt Verlässlichkeit zu demonstrieren, hinterlässt der erneute Kurswechsel verunsicherte Käufer und verärgerte Software-Entwickler. Ohne langfristige Kontinuität fehlt Drittherstellern die nötige Planungssicherheit für aufwendige App-Anpassungen.

Das eigentliche Kernproblem liegt seit Jahren in der Software-Optimierung begraben. Android auf großen Bildschirmen litt lange unter schlecht skalierten Smartphone-Apps. Solange Entwickler nicht sicher sein können, dass Google ein Hardware-Segment über fünf Jahre hinweg zielstrebig pflegt, sparen sie sich den Aufwand für spezielle Tablet-Oberflächen. Die stärkere Fokussierung auf faltbare Smartphones schließt diese Lücke nur unzureichend, denn ein Foldable ersetzt im Alltagsgebrauch kein vollwertiges Arbeits- und Unterhaltungsgerät.

In der Praxis führt das zu einer verfahrenen Situation für Kunden und App-Macher gleichermaßen. Während Apple mit iPadOS eine eigenständige Tablet-Plattform etabliert hat, wirkt Googles Strategie wie ein ständiges Experimentieren am lebenden Objekt. Wer heute ein Android-Tablet kauft, muss befürchten, dass das Ökosystem in zwei Jahren wieder völlig anders aussieht. Genau diese Unsicherheit bremst den Erfolg im Tablet-Segment seit einer Dekade aus.

Googlebooks bringen Android als echten Desktop-Ersatz

Genau an diesem Punkt setzt die grundlegend neu ausgerichtete Hardware-Offensive des Konzerns an. Die angekündigte Beerdigung von ChromeOS zugunsten von Android ebnet den Weg für flexible 2-in-1-Geräte. Unter dem neuen Markennamen Googlebook bündelt der Suchmaschinenriese künftig Laptops und Convertibles, die vollständig auf dem Android-Unterbau basieren. Bereits in dieser Woche präsentiert der Konzern die ersten Modellreihen im Rahmen eines vertraulichen Presse-Events vor geladenen Medienvertretern.

Besonders auffällig ist der Umstand, dass die neue Gerätekategorie keineswegs auf klassische Laptops im Muschel-Design beschränkt bleibt. Neben traditionellen Notebooks stehen explizit Geräte ohne fest verbundene Tastatur auf dem Programm. Ein umfangreicher Hardware-Leak rund um das erste Lenovo Googlebook bestätigte bereits zwei unterschiedliche Modellvarianten. Eine Ausführung tritt als klassisches Notebook auf, während die zweite Variante exakt jene Rolle einnimmt, die bisher reine Tablets abdeckten.

Durch die Nutzung von Android als einheitliches Betriebssystem schrumpfen die technischen Gräben zwischen Laptops und Tablets auf ein Minimum. Entwickler müssen ihre Anwendungen künftig nicht mehr für zwei völlig getrennte Plattformen optimieren. Ein modernes Android-System mit echtem Fenstermanagement, erweiterter Tastatur-Unterstützung und flüssigem Multitasking dient als universeller Standard für alle Bildschirmgrößen oberhalb des Smartphones.

Die Integration von Android-Desktop-Funktionen beseitigt zudem das größte Ärgernis alter Chromebooks. Statt sich mit trägen Web-Apps zufriedengeben zu müssen, laufen Anwendungen nun nativ und greifen direkt auf die Systemressourcen zu. Zudem erfolgen Sicherheitsupdates und System-Upgrades künftig direkt über den Google Play Store, was die Wartung der Geräte drastisch vereinfacht und Beschleunigung im Betriebsalltag verspricht.

Convertibles statt Reinform: Das Tablet lebt im Googlebook weiter

Google dürfte neben wichtigen Partnern wie Lenovo, Acer, Asus, Dell und HP auch eigene Googlebooks auf den Markt bringen. Diese hauseigenen Flaggschiff-Geräte werden aller Voraussicht nach über eine abnehmbare Tastatur verfügen. Damit fungieren sie im Alltag als vollwertige Tablets, lassen sich bei Bedarf aber blitzschnell in ein produktives Arbeitsgerät verwandeln. Google baut somit das nächste Tablet, vermeidet aber bewusst die alte Produktbezeichnung.

Der Wechsel hin zu Convertibles erscheint aus Herstellersicht clever, bringt aber auch handfeste Risiken mit sich. Kunden suchen beim Kauf eines reinen Android-Tablets meist günstige Einsteigergeräte für Medienkonsum und einfaches Surfen. Googlebooks streben dagegen direkt in das Premium-Segment, wie durchgesickerte Hardware-Daten mit Intel Core Ultra Prozessoren, hochauflösenden OLED-Displays und fortschrittlicher Gesichtsauthentifizierung belegen. Ob Kunden bereit sind, für ein Android-basiertes Tablet mit Tastatur-Option gehobene Preise zu bezahlen, bleibt die entscheidende Frage.

Für den gesamten Markt ist der radikale Paradigmenwechsel dennoch ein wichtiges Signal. Der unentschlossene Kurs mit halbherzigen Smart-Display-Docks gehört der Vergangenheit an. Wenn Google die neue Produktkategorie zielstrebig vorantreibt und den Android-Unterbau sauber für große Displays optimiert, könnte das Googlebook-Tablet tatsächlich die langersehnte Wende bringen. Die anstehenden Enthüllungen dieser Woche werden zeigen, wie tragfähig der erneute Anlauf im Tablet-Segment wirklich ist.

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