Tesla: Lebensgefährliche Türgriffe stoppen 7 Millionen E-Autos

Design vor Funktion – dieser fragwürdige Trend fliegt der Autoindustrie jetzt mit voller Wucht um die Ohren. Chinas Marktaufsichtsbehörde zieht die Notbremse und ordnet einen gigantischen Rückruf für mehr als sieben Millionen Elektroautos an. Der Grund ist ein handfester Albtraum: Bei einem schweren Crash verwandeln sich moderne Stromer reihenweise in verschlossene Fallen, weil die elektronischen Türgriffe schlicht den Dienst quittieren.
Das Problem ist konstruktionsbedingt. Sobald bei einer Kollision das Niederspannungssystem zerstört wird oder die Stromversorgung zusammenbricht, funktioniert die elektrische Entriegelung weder von innen noch von außen. Zwar existieren mechanische Notöffner, doch die haben Designer so unverschämt tief hinter Verkleidungen und Abdeckungen versteckt, dass verunfallte Passagiere in Rauch, Dunkelheit und Panik absolut keine Chance haben, diese Hebel rechtzeitig zu ertasten.
Tesla als Hauptbetroffener: Ein Software-Pflaster soll Leben retten
Laut CnEVPost trifft die Maßnahme vor allem einen Hersteller: Tesla muss knapp drei Millionen Fahrzeuge der Baureihen Model 3, Model Y, Model S und Model X umrüsten. Doch die Amerikaner sind nicht allein in dieser Design-Sackgasse gefangen. Auch die heimische Konkurrenz steht auf der Liste: Xiaomi mit dem SU7, Leapmotor mit den Modellen C11 und C01 sowie Xpeng mit dem G6, P7+ und X9 müssen ihre Wagen nachbessern.
Die verordnete Lösung der Konzerne schmeckt allerdings nach typischer Sparmaßnahme: Statt teurer Hardware-Umbauten gibt es ein Over-the-Air-Update (OTA), das die Seitenscheiben bei einem erkannten Aufprall blitzschnell automatisch absenken soll. In den Werkstätten werden dazu lediglich farbige Warnhinweise auf die versteckten Nothebel geklebt. Das ist billig für die Hersteller, wirkt im Ernstfall aber eher wie ein notdürftiges Trostpflaster.
Verbot ab 2027: Chinas Behörden beenden den Design-Wahn
Mit dem kosmetischen Software-Fix kommen die Hersteller langfristig nicht davon. Ab Januar 2027 greift in China eine knallharte nationale Norm: Alle neu homologierten Autos müssen zwingend über sofort erkennbare, physisch greifbare Notentriegelungen verfügen. Rein elektronische, unsichtbare Türöffner sind ab diesem Stichtag verboten, für bestehende Modelle gilt eine Schonfrist bis Januar 2029. Ein längst überfälliger Schritt, der hoffentlich auch in Europa Schule macht.
Für Tesla kommt es in China derweil noch dicker: Weitere 2,7 Millionen Fahrzeuge müssen wegen unzureichender Fahrerüberwachung nachgebessert werden. Das bisherige System, das lediglich das Drehmoment am Lenkrad abgriff, fiel bei den Behörden durch. Per Software-Update wird nun zwingend die Innenraumkamera aktiviert, um die Augen der Fahrer beim assistierten Fahren im Blick zu behalten. Das bloße Rütteln am Volant gehört damit endgültig der Vergangenheit an.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
