VW-Konzern: Die bezahlbare E-Auto-Welle rollt ins Lieferchaos

Schräge Frontansicht des neuen kompakten VW ID. Polo in auffälligem Lime-Gelb. Das günstige Elektroauto von Volkswagen zeigt moderne LED-Scheinwerfer und große Alufelgen in einer urbanen Straßenszene
Quelle: Volkswagen AG
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Es läuft doch bei VW! Über 30.000 Bestellungen meldet der Volkswagen-Konzern europaweit allein für den neuen VW ID. Polo, noch bevor die ersten Fahrzeuge überhaupt bei den Händlern stehen. Wer gehofft hatte, dass Wolfsburg aus den vergangenen Debakeln gelernt hat, sieht sich erneut getäuscht: Der erschwingliche Hoffnungsträger für 24.995 Euro rennt direkt in die nächste Lieferkrise.

MEB+-Drillinge überrennen die spanischen Bandkapazitäten

Das Baukasten-Prinzip der Brand Group Core liefert auf dem Papier brillante Zahlen ab. Neben dem VW ID. Polo verzeichnen auch der Tscheche Škoda Epiq und der Spanier Cupra Raval historische Auftragsbestände. Der Cupra Raval verzeichnet bereits jetzt den erfolgreichsten Modellstart in der gesamten Historie der Marke. Doch genau diese simultane Markteinführung wird den Spaniern zum Verhängnis.

Die Fertigung im Stammwerk Martorell sowie im Werk Pamplona stößt schlicht an ihre physikalischen Grenzen. Bereits 10 Monate Wartezeit beim VW ID. Polo schrecken potenzielle Käufer ab, die eigentlich vom Verbrenner auf den Stromer umsteigen wollten. Es ist absurd: Jahrelang jammerte das Management über fehlende Kundennachfrage im Einstiegssegment, und kaum steht das Produkt beim Händler, bricht die Logistik zusammen.

Künstliche Verknappung oder hausgemachtes Batterien-Nadelöhr?

Die Ursachensuche offenbart das altbekannte Nadelöhr im VW-Imperium. Die Skalierung der Zellfertigung für die verbauten LFP-Akkus hinkt dem Tempo der Vorbestellungen hinterher. Dass der gewaltige Ansturm auf den Cupra Raval und die Schwestermodelle die Batterielieferketten stark belastet, überrascht in der Branche niemanden mehr. Wer ein günstiges Elektroauto verspricht, muss zwingend auch die dazugehörigen Batteriezellen in Stückzahlen liefern können.

Einige Analysten vermuten hinter den langen Fristen zudem eine kalkulierte Verteilung über das Jahr. Um die strengen CO2-Flottenziele der Europäischen Union punktgenau zu erfüllen, dosieren die Wolfsburger die Auslieferungen gezielt. Für den Endkunden ist diese Taktik ein reines Ärgernis. Wer heute unterschreibt, bekommt seinen Neuwagen unter Umständen erst tief im nächsten Jahr geliefert.

Einstiegssegment gerettet, Vertrauen der Käufer verspielt

Das Grundprodukt zeigt eindeutig: Die Richtung stimmt absolut. Die Fahrzeuge unterhalb der 30.000-Euro-Marke treffen exakt den Nerv des europäischen Marktes. Der breite Erfolg aller drei Marken beweist, dass der Markt keineswegs e-auto-müde ist, sondern schlicht bezahlbare Alternativen verlangt.

Doch Wolfsburg verspielt durch die schlampige Ramp-up-Planung erneut wertvollen Vertrauensvorschuss. Wenn Kunden fast ein ganzes Jahr auf einen kompakten Alltagsstromer warten müssen, wandert der Blick schnell zur fernöstlichen Konkurrenz. Wenn VW die Produktion in Spanien nicht umgehend hochfährt, wird aus dem erhofften Bestseller-Triumph ganz schnell ein PR-Desaster.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert