Volkswagen Werk Osnabrück: Rüstungsdeal besiegelt das Cabrio-Aus

weißes Volkswagen Logo auf dunkelblauem Hintergrund
Quelle: Volkswagen AG
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Die Pkw-Fertigung im Volkswagen-Werk Osnabrück steht vor dem endgültigen Aus. Spätestens im Sommer 2027 rollen an dem niedersächsischen Traditionsstandort die letzten Zivilfahrzeuge vom Band. Wo über Jahrzehnte hinweg Cabrios und Nischenmodelle gefertigt wurden, zieht künftig die Rüstungsindustrie ein.

Der Wolfsburger Autokonzern überträgt das Areal im Rahmen einer Restrukturierung an ein Konsortium aus dem Investor Aurelius Capital, dem Land Niedersachsen und dem israelischen Wehrtechnik-Konzern Rafael. Von den aktuell knapp 1.800 Beschäftigten sollen rund 1.400 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Statt Kompakt-SUVs werden in den Hallen künftig Fahrgestelle für militärische Abwehrsysteme wie den „Iron Dome“ produziert.

Das endgültige Ende der Cabrio-Tradition bei VW

Für Autofahrer markiert der Schritt das historische Ende einer Ära. In Osnabrück – dem ehemaligen Stammwerk des legendären Karosseriebauters Karmann – montiert VW derzeit ausschließlich das T-Roc Cabriolet. Das Modell ist der letzte verbliebene Offenfahrzeug-Vertreter im gesamten Modellprogramm der Marke.

Ein Nachfolger für das MQB-basierte Stoffdach-Modell ist gestrichen. Während Volkswagen für den zivilen Markt zwar die neue Generation des klassischen T-Roc weiterentwickelt, fällt die offene Variante der Sparschraube zum Opfer. Wer künftig einen offenen Neuwagen aus Wolfsburger Entwicklung fahren möchte, findet im Portfolio schlicht kein Angebot mehr vor.

Überkapazitäten zwingen Wolfsburg zum radikalen Schnitt

Der Verkauf des Werks ist die direkte Konsequenz der schrumpfenden Fahrzeugnachfrage in Europa. Dem VW-Konzern fehlen auf dem Heimatmarkt die Käufer für schätzungsweise 500.000 Autos pro Jahr – das entspricht der Auslastung von zwei kompletten Produktionsstätten. Dass der Konzern nun auf Schließungen setzt, zeichnete sich ab: Bereits zuvor kündigte der Konzern einen radikalen Umbau samt Werksschließungen an.

Um Kündigungen gegen den Widerstand der Gewerkschaften und des Landes Niedersachsen zu vermeiden, dient der Rüstungsboom als Ausweg. Der Wechsel von ziviler Automobilproduktion zu Rüstungsgütern verdeutlicht den enormen Druck auf den Industriestandort Deutschland: Unrentable Nischenfahrzeuge weichen margenstarker Wehrtechnik.

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