VW ID. Unyx: Volkswagens China-Neustart scheitert an der Realität

Seitenansicht eines blauen VW ID. Unyx 09
Quelle: Volkswagen AG
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Was interne Dokumente von Volkswagen jetzt offenlegen, ist ein handfestes Desaster. Beim eigens für junge chinesische Kunden entwickelten ID. Unyx 08 erreicht Wolfsburg gerade einmal 7,4 Prozent der anvisierten Verkaufszahlen. Statt der fest eingeplanten 3.622 Autos pro Monat rollten zwischen April und August im Schnitt lächerliche 267 Exemplare zu den Kunden. Die internen Vorgaben wurden damit um fast 93 Prozent verfehlt.

Dass der VW ID. Unyx 08 als neues China-SUV den Markt aufmischen sollte, war von Beginn an ambitioniert. Doch die Realität im Showroom ist brutal: Niemand interessiert sich für das Auto. Die beiden Vorgänger ID. Unyx 06 und ID. Unyx 07 stehen ohnehin wie Blei bei den Händlern und lassen sich selbst mit 17 Prozent Nachlass kaum verkaufen. Der Unyx 08 reißt die Submarke nun vollends in den Abgrund.

Niemand kauft ein Auto, von dem er noch nie gehört hat

Das Problem ist dabei nicht einmal die Technik an Bord. Volkswagen hat beim Fahrzeugbau wenig falsch gemacht, aber das Marketing komplett verpatzt. In China buhlen dutzende Marken mit gewaltigen Kampagnen um Aufmerksamkeit – und der ID. Unyx fand schlicht nicht statt. Viele Kunden erfuhren erst im Autohaus durch Zufall, dass der Wagen überhaupt existiert.

Der Blick zur Konkurrenz tut beim Hinsehen weh. Während der Unyx 08 zwischen April und August auf magere 1.300 Verkäufe kam, brachte Geelys Zeekr 7X im gleichen Zeitraum über 21.000 Fahrzeuge auf die Straße. Vom Xiaomi YU7 mit fast 57.000 Einheiten oder dem Tesla Model Y will ich gar nicht erst anfangen. Wer in Chinas digitaler Welt keine Sichtbarkeit besitzt, existiert schlicht nicht.

Zielvorgaben rasiert – und trotzdem meilenweit daneben

Wie tief der Schock in Wolfsburg sitzt, belegen die internen Korrekturen. Ursprünglich wollte Volkswagen im Gesamtjahr 2026 mehr als 32.600 Einheiten des Unyx 08 verkaufen. Anfang des Jahres strich das Management diese Prognose um 62 Prozent auf nur noch 12.300 Fahrzeuge zusammen.

Dass selbst von dieser geschrumpften Not-Planung bis heute gerade einmal 10 Prozent erreicht wurden, spricht Bände. Die gesamte Volkswagen China-Offensive bei Elektroautos gerät damit ins Wanken. Trotzdem planen die Manager für die im Oktober vorgestellte Limousine ID. Unyx 09 schon wieder mit 4.900 Verkäufen monatlich und über 90.000 Autos pro Jahr bis 2034. Woher dieser plötzliche Optimismus kommen soll, weiß vermutlich nicht einmal VW selbst.

Die Plattform-Ausrede zieht an der Börse nicht mehr

Wolfsburg wiegelt derweil ab: Auf die reinen Verkaufszahlen schaue man intern gar nicht so genau. Das eigentliche Ziel sei die gemeinsam mit Xpeng entwickelte Plattform gewesen, die Autos seien eher nebenbei entstanden. Ein Scheitern der Kooperation lasse sich aus den Absatzzahlen daher nicht ableiten.

Das ist schlicht eine bequeme Ausrede. Während Xpeng die Tech-Lizenzierung öffnet und Software zu Geld macht, brechen VW die Gewinne weg. Laut Reuters sank Chinas Anteil am gesamten VW-Konzerngewinn von einst fast 50 Prozent auf magere 10 Prozent. Auch der Marktanteil halbierte sich von knapp 20 Prozent auf nur noch 10 Prozent.

Glaubt ihr im Ernst, dass Volkswagen diesen Abwärtstrend mit neuen Modellen noch drehen kann, wenn selbst massive Rabatte und Xpeng-Software keine Käufer in die Läden locken?

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