Apple Watch Series 12 & Ultra 4: iFixit-Teardown enthüllt Reparierbarkeits-Problem

Die Teardowns von iFixit zur neuen Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 zeigen ein klares Bild: Trotz kleinerer interner Anpassungen stagniert die Reparierbarkeit auf niedrigem Niveau. Beide Modelle erhalten 4/10 Punkte auf der iFixit-Skala. Der Hauptgrund bleibt unverändert: Wer an den Akku oder die internen Komponenten gelangen will, muss zwingend das verklebte Display lösen – ein Vorgang, der mit hohem Beschädigungsrisiko verbunden ist.
Apple Watch Ultra 4: Größerer Akku hinter verklebtem Glas
Bei der Apple Watch Ultra 4 muss iFixit-Techniker Shahram Mokhtari Hitze und ein spezielles Metall-Pickel einsetzen, um das Display vom Gehäuse abzuheben. Erst nach diesem Schritt liegen die Taptic Engine und der Akku frei. Der Energiespeicher wächst auf 2,444 Wh (im Vergleich zu 2,313 Wh bei der Ultra 3).
Ein Blick auf die Gehäuseunterseite unterstreicht die Hürden für Selbstreparierende: Die vier äußeren Schrauben gewähren lediglich Zugang zum Sensormodul auf der Innenseite der Rückabdeckung sowie zum S11-Chip auf dem Gehäuse selbst. Ein direkter Akkutausch über die Rückseite ist nicht vorgesehen. Ist die Scheibe einmal ohne Kabelbrüche gelöst, gelingt das Trennen des Display-Drucksteckers und der Akku-Ausbau zwar zügig, doch die Einstiegshürde bleibt hoch. Das Ergebnis ist eine unveränderte Note von 4/10.
Apple Watch Series 12: Klebestreifen mit Zughilfe, aber engerer Rahmen
Bei der Apple Watch Series 12 zeigt sich im Detail ein minimaler Fortschritt. Apple nutzt für den 1,461 Wh großen Akku (Vorgänger Series 11 46mm: 1,403 Wh) nun Dehnklebestreifen mit einer Zughilfe (Stretch-Release Adhesive mit Pull Tab). Dies erleichtert das Entnehmen der Batterie, sobald das Gehäuse geöffnet ist.
Allerdings stuft iFixit das Trennen des Bildschirms bei der Series 12 als noch heikler ein als bei der Ultra 4. Die mechanischen Toleranzen rund um das Glas sind extrem eng bemessen, sodass beim Hebeln spürbarer Kraftaufwand nötig ist. Zudem ersetzt ein einfacherer Druckstecker die bisherige Kombination aus ZIF-Konnektor und Klebeband. Das hat eine direkte Konsequenz für Reparaturen: Ein Displaytausch erfordert jetzt zwingend auch das Ausbauen des Akkus. In Summe reicht dieser Umbau für ein Plus von einem Punkt auf 4/10 (im Vergleich zum zuvor getesteten Basismodell).
Auf einen Blick: iFixit Teardown-Ergebnisse
| Modell | iFixit Score | Akku-Kapazität | Akku-Vorgänger | Hauptproblem bei Reparatur |
| Apple Watch Ultra 4 | 4 / 10 | 2,444 Wh | 2,313 Wh (Ultra 3) | Verklebtes Glas muss erhitzt & abgehebelt werden |
| Apple Watch Series 12 | 4 / 10 | 1,461 Wh | 1,403 Wh (Series 11 46mm) | Noch engere Display-Toleranzen als bei der Ultra 4 |
Google Pixel Watch 5: Der Gegenentwurf mit 9/10 Punkten
Wie weit Apple von einer servicefreundlichen Bauweise entfernt ist, zeigt der direkte Vergleich mit der Google Pixel Watch 5. iFixit bewertete die Google-Uhr mit 9/10 Punkten.
Google verzichtet beim Display komplett auf Schmelzkleber: Das Glas ist mit lediglich zwei Torx-Schrauben und einer Gummidichtung fixiert. Auch der Akku lässt sich ohne das Lösen von Klebeschichten entnehmen, was Wartungsarbeiten drastisch vereinfacht und das Beschädigungsrisiko minimiert.
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