Galaxy S27 Ultra: 5.700 mAh amtlich, 60-Watt-Bremse bleibt

Hüllen des kommenden Samsung Galaxy S27 Pro und Galaxy S27 Ultra
Quelle: SammyGuru
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Samsungs Geheimhaltung ist bei den Regulierungsbehörden erneut geplatzt. Bei der südkoreanischen Prüfstelle Safety Korea sind die Akkus für die kommende Flaggschiff-Reihe aufgetaucht – inklusive erster offizieller Fotos der Module. Für mich liefert dieser Behördenfund die wichtigste Nachricht des Jahres: Samsung bricht endlich mit dem fünfjährigen Stillstand bei 5.000 mAh und spendiert dem Galaxy S27 Ultra typische 5.700 mAh.

Zwar sind die exakten Kapazitätsaufdrucke auf den veröffentlichten Prüfbildern noch abgeklebt, die Modellnummern schaffen dafür sofort klare Verhältnisse. Hinter der Kennung EB-BS958DBY steckt die Zelle für das Ultra-Modell, während EB-BS957CBY dem kompakteren Galaxy S27 Pro zugeordnet ist. Beide Energiespeicher laufen amtlich unter den Zertifizierungsnummern YU10899-26034 und YU10899-26036.

Als Fertiger beider Batterien ist die chinesische Firma Zhuhai CosMX Power Jinwan Subsidiary registriert. Samsung setzt hier erneut auf externe Zulieferer, um Produktionsrisiken zu streuen. Dass die Energiespeicher die südkoreanische Sicherheitsprüfung durchlaufen haben, belegt unmissverständlich: Die Prototypenphase ist beendet, die Hardware steht für die Serienfertigung bereit.

5.700 mAh Nennwert: Der Sprung im Datenblatt

Dass Safety Korea die Milliamperestunden auf den Fotos verdeckt, stört kaum. Die chinesische 3C-Zertifizierung hat die technischen Nennwerte bereits vor wenigen Tagen unmissverständlich offengelegt. Dort wird für das Galaxy S27 Ultra eine Nennkapazität von 5.534 mAh ausgewiesen. Das landet im finalen Datenblatt erfahrungsgemäß bei exakt 5.700 mAh typischer Kapazität.

Damit zeichnet sich schwarz auf weiß ab, dass der Silizium-Akku beim Galaxy S27 Ultra die physikalische Energiedichte spürbar steigert. Auch das kompaktere Galaxy S27 Pro profitiert von diesem Technologiesprung: Mit 5.087 mAh Nennkapazität kommt das kleinere Modell typisch auf rund 5.200 mAh.

Gegenüber dem Samsung Galaxy S26 Ultra mit 5.000 mAh legt das Spitzenmodell um satte 700 mAh zu – ein Zuwachs von glatten 14 Prozent. Nach fünf Jahren Stagnation seit dem Galaxy S20 Ultra schließt Samsung damit zumindest einen Teil der Lücke zur chinesischen Konkurrenz.

ModellModellnummerBehörden-ZertifikatNennkapazität (3C)Typische KapazitätLadeleistung
Galaxy S27 UltraEB-BS958DBYYU10899-260345.534 mAh5.700 mAh60 Watt kabelgebunden
Galaxy S27 ProEB-BS957CBYYU10899-260365.087 mAh5.200 mAh60 Watt kabelgebunden
Galaxy S26 Ultra (Vergleich)EB-BS928ABYVorgänger4.855 mAh5.000 mAh45 Watt / 60 Watt

Pro-Modell rüttelt am bisherigen Portfolio

Auffällig ist vor allem das zweite gelistete Modell. Dass Samsung die Teilefertigung für vier S27-Modelle anrollen lässt, deutet auf einen strategischen Umbau hin: Das S27 Pro beerbt den bisherigen Plus-Ableger als kompaktes Kraftpaket.

Mit typischen 5.200 mAh übertrumpft das handlichere Pro-Gerät sogar das bisherige Ultra-Modell bei der reinen Zellgröße. Ein solches Ausdauer-Upgrade in einem kompakteren Formfaktor ist genau der Schritt, den viele Nutzer seit Jahren fordern.

Ergänzt wird dieser Behördenfund durch die bereits erfolgte BIS-Zertifizierung des 5.700-mAh-Akkus, womit der Akkusprung nun über mehrere Kontinente hinweg amtlich verbrieft ist. Zusätzliche Kapazität ist angesichts hungriger KI-Hintergrundprozesse und hellerer Displays allerdings auch dringend nötig, um reale Laufzeitgewinne zu erzielen.

60 Watt an der Steckdose verlangen Geduld

Wo Licht ist, bleibt bei Samsung leider auch Schatten. Wer darauf gehofft hatte, dass die Südkoreaner parallel zur größeren Zellkapazität auch das Ladelimit lockern, wird eiskalt abserviert. In den Begleitpapieren der chinesischen 3C-Behörde stehen für beide Modelle unverändert maximal 60 Watt kabelgebundene Ladeleistung.

Das nervt mich im Alltag gewaltig. Chinesische Hersteller pumpen ihre Akkus jenseits der 5.000 mAh längst mit dreistelligen Wattzahlen in unter einer halben Stunde voll. Samsung verharrt dagegen im Schneckentempo.

Rechnen wir nach: Bei 5.700 mAh Kapazität und unveränderten 60 Watt Spitzenleistung verlängert sich der Ladevorgang an der Steckdose im Vergleich zum Vorgänger spürbar. Wer abends vergisst zu laden und morgens in zehn Minuten 50 Prozent nachfüllen will, zieht weiterhin den Kürzeren.

Samsungs Motivation dahinter ist transparent: Maximale thermische Schonung und die Angst vor beschleunigter Zellalterung bei Silizium-Anoden. Doch Sicherheit hin oder her – bei einem Spitzen-Smartphone jenseits der 1.400-Euro-Klasse wirkt diese Zwangsdrosselung schlicht wie ein Relikt aus vergangenen Tagen.

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