HUAWEI Watch Fit 4 Pro: Der Update-Hammer, der den Nachfolger alt aussehen lässt

Huawei Watch Fit 4 Pro
Quelle: Huawei
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Huawei zeigt der Konkurrenz gerade, wie man treue Kunden bindet. Das Vorjahresmodell bekommt trotz längst verfügbarem Nachfolger ein massives Betriebssystem-Upgrade spendiert. Ein dickes Ding für alle Besitzer.

Ein ganzer Sack voll neuer Features für den Arm

Ein Brocken. Die Chinesen verteilen ab sofort die Version HarmonyOS 6.1.0.117(SP20C00M05) für die HUAWEI Watch Fit 4 Pro. Vor gut zwei Wochen sickerte die Firmware bereits vereinzelt als SP19-Variante durch. Nun läuft der breite Rollout für alle.

Ich finde diesen Schritt überraschend. Der offizielle Nachfolger, die Watch Fit 5-Serie, steht schließlich schon seit Mai in den Regalen. Huawei pflegt das ältere Modell trotzdem extrem penibel weiter.

Das Update bringt einen Haufen praktischer Funktionen mit. Ein Highlight für mich sind die interaktiven Watchfaces. Die „Süßen Begleiter“ kennen wir schon von teureren Modellen wie der Watch Ultimate 2. Kitschig? Vielleicht. Aber die Animationen beim Laden des Akkus haben schlicht Charme. Dazu kommt die „Blasenaura“, bei der Tippen eine Kettenreaktion auslöst. Zu finden in der Huawei Health-App unter Geräte > Meine Watchfaces > Vergnügen.

Im Alltag auffällig nützlich: Ihr könnt Anrufe jetzt einfach stummschalten, indem ihr das Display mit der Hand abdeckt. Ein cleveres Detail. Dazu kommen eigene Klingeltöne und Zugriff auf alle Telefonkontakte direkt am Handgelenk. Der neue Sprachrekorder meistert Langzeitaufnahmen. Sogar die Weckerverzögerung und Vibrationsmuster lassen sich unter Einstellungen > Töne & Vibration > Vibrationen > Benutzerdefiniert konfigurieren.

Für Sportler liefert das System ebenfalls eine Ansage. Wer beim Laufen nach rechts streicht, landet im neuen Shortcut-Menü für Lautstärke und Trainingsanpassungen. Tiefe Metriken spucken nun Daten zu aeroben und anaeroben Belastungen aus. Die Uhr ermittelt die optimale Belastungszone und nutzt das Durchschnittstempo für eine präzise Leistungsvorhersage. Android-Nutzer freuen sich zudem über exklusive Features wie den Remote-Auslöser oder AI Voice.

Die Kehrseite der Medaille

Wo viel Licht ist, nervt auch Schatten. Wer das Update bereits vor Wochen als SP19-Version installiert hatte, bekommt nun einen absolut kryptischen, nichtssagenden Changelog präsentiert. Das ist unschön gelöst.

Zudem greift ein spürbarer App-Zwang. Wer Push-Nachrichten auf dem Smartphone sehen will, wenn die Uhr leer ist oder voll geladen wurde, muss zwingend die Huawei Health App auf Version 16.0.12.305 oder höher hieven. Ohne dieses manuelle Update bleibt das Feature tot. Ein nerviger Haken.

Das Wearable als Überlebensversicherung

Huawei fährt eine knallharte Taktik. Da das Smartphone-Geschäft in Europa durch den anhaltenden US-Bann am Boden liegt, müssen die Wearables die Kohle reinholen. Kundenzufriedenheit steht hier über allem. Wer sieht, dass sein älterer Tracker mit der neuesten Software versorgt wird, kauft beim nächsten Mal wieder im selben Ökosystem.

Dieser Support setzt Konkurrenten wie Xiaomi oder Samsung mächtig unter Druck. Günstigere Tracker verkommen dort oft nach zwölf Monaten zu Software-Ruinen. Huawei bricht dieses Muster auf. Ein klares Signal an den Markt, dass Langlebigkeit kein Privileg der absoluten Premium-Klasse sein muss.

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